Ärzte Zeitung, 05.10.2015

Zahnreinigung

Kasse muss auch bei Parodontitis nicht zahlen

STUTTGART. Auch bei einer Zahnfleischentzündung können Patienten von ihrer gesetzlichen Krankenkasse nicht die Kostenübernahme für eine professionelle Zahnreinigung verlangen.

Weder gibt es hierfür eine entsprechende Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses, noch stelle die chronische Parodontitis eine lebensgefährliche Erkrankung dar, die die Kostenübernahme für die professionelle Zahnreinigung ausnahmsweise begründen könnte, urteilte das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg in Stuttgart in einem jetzt veröffentlichten Urteil.

Der Kläger leidet an Parodontitis und meinte, zwei professionelle Zahnbehandlungen seien Teil der Behandlung gewesen. Daher müsse die Krankenkasse Kosten von jeweils gut 30 Euro erstatten. Die Kasse verweigerte dies.

Zu Recht, wie das Landessozialgericht entschied. Ohne Empfehlung des Bundesausschusses gebe es keine rechtliche Grundlage für eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

Auch wenn eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll seien könne, falle sie "grundsätzlich und ohne Ausnahmen in den Bereich der Eigenvorsorge". (mwo)

Az.: L 11 KR 211/15

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »