Ärzte Zeitung, 17.01.2017

Cannabis

Verordnung auf Rezept rückt näher

Am Donnerstag soll der Gesetzentwurf "Cannabis als Medizin" im Bundestag verabschiedet werden.

BERLIN. Der Bundestag wird Cannabis voraussichtlich an diesem Donnerstag als Medizin freigeben – ein Schritt zu einer Aufhebung des allgemeinen Cannabisverbots soll dies laut der Drogenbeauftragten Marlene Mortler aber nicht sein.

Laut dem vorliegende Gesetzentwurf sollen Versicherte mit schwerwiegenden Erkrankungen Anspruch auf Versorgung mit Cannabis haben, wenn:

eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung im Einzelfall nicht zur Verfügung steht,

eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome besteht und

der Versicherte sich verpflichtet, an einer nichtinterventionellen Begleiterhebung zum Einsatz dieser Arzneimittel teilzunehmen.

Die Leistung muss bei der ersten Verordnung von der Krankenkasse genehmigt werden. Der Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken unterliegt der Kontrolle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dazu wird nach Angaben der Sprecherin der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Saskia Solar, ein eigenes Fachreferat im BfArM aufgebaut.

Schwerkranken solle besserer Zugang zu Cannabis gegeben werden, sagte die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) am Montag beim Besuch einer Palliativstation in Berlin. Aber eine Freigabe für den Freizeitkonsum lehne sie ab. Mit steigender Verfügbarkeit würde nach ihrer Ansicht auch der Konsum steigen. (chb/dpa)

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