Ärzte Zeitung online, 23.02.2017

Gesetzliche Krankenversicherung

Kassen fahren 2016 bessere Finanzergebnisse ein

Das Plus bei Ersatzkassen fällt geringer aus als erwartet, Innungskrankenkassen bleiben weiter im Minus.

Von Florian Staeck

BERLIN. Den gesetzlichen Krankenkassen geht es finanziell gut, doch die Spaltung zwischen den Kassenarten hat sich offenbar verfestigt: Die Innungskrankenkassen haben im vergangenen Jahr ein Defizit von 33,2 Millionen Euro eingefahren. Allein im vierten Quartal verbuchten die Innungskassen, bei denen rund 5,3 Millionen Menschen versichert sind, ein Minus von knapp 26 Millionen Euro, hieß es auf Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Damit hat sich das Defizit im IKK-Lager im Vergleich zu 2015 stark verringert. Damals stand bei dieser Kassenart noch ein Defizit von 346 Millionen Euro in der Bilanz. Ursächlich für das Defizit im Vorjahr waren nach Angaben einer IKK-Sprecherin die steigenden Leistungsausgaben aufgrund der Gesundheitsgesetze der Koalition sowie die anhaltende "Unwucht" im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) der Kassen.

Zur Entwicklung beigetragen haben dürfte auch ein Anstieg der Leistungsausgaben im letzten Quartal 2016. Ursprünglich ging man auf das Jahr gesehen von einer Veränderungsrate von 3,4 Prozent aus. Nach dem vorläufigen Jahresergebnis liegt sie nach Angaben einer Sprecherin des Ersatzkassenverbands vdek nun bei 3,8 Prozent.

Die sechs Ersatzkassen mit einem Anteil von rund 37 Prozent der GKV-Versicherten verbuchten 2016 einen Überschuss von 321 Millionen Euro. Nach drei Quartalen hatten die Ersatzkassen noch ein Plus von 757 Millionen Euro ausgewiesen. Der vdek kommentierte die Entwicklung so: Wenn die Leistungsausgaben oberhalb des GKV-Durchschnitts lägen, werde die "strukturelle Deckungslücke durch den Morbi-RSA stetig größer". Dennoch stellt sich das Finanzergebnis der Ersatzkassen im Vergleich zu 2015 als dramatisch verbessert dar –  damals schloss die vdek-Familie das Jahr mit einem Minus von 517 Millionen Euro ab.

Maßgeblich für die Entwicklung sei gewesen, dass im Vorjahr die Einnahmen je Versichertem um 4,9 Prozent gestiegen sind, die Ausgaben – wie berichtet – nur um 3,8 Prozent.

Der AOK-Bundesverband kündigte auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" an, am Freitag über die Finanzergebnisse für 2016 zu berichten.

Nach Angaben der Deutschen Presse Agentur weist die Gesetzliche Krankenversicherung insgesamt ein Überschuss von 1,4 Milliarden Euro aus. Im Jahr zuvor stand noch ein Defizit von 1,14 Milliarden Euro in der Bilanz. Die Rücklagen der Kassen sollen von 14,5 auf 15,9 Milliarden Euro gewachsen sein.

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