Ärzte Zeitung online, 20.06.2017

Finanzausgleich

Schlagabtausch der Kassen um Morbi-RSA

BERLIN. Der Streit um eine Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) ist zwischen den Kassenverbänden eskaliert. Ausgangspunkt war eine Erklärung von 91 Ersatz-, Betriebs- und Innungskassen am Montag, in der eine schnelle Reform des Finanzausgleichs nach der Bundestagswahl angemahnt wurde.

Stunden später konterte der AOK-Bundesverband mit einem Gegenstatement: Nicht die Einnahme-, sondern die Ausgabenseite sei entscheidend. Seit sieben Jahren bereits läge das Wachstum der Leistungsausgaben im AOK-System unter dem GKV-Schnitt – das sei der Grund für die Überschüsse, so Verbandschef Martin Litsch. Aufgabe des RSA sei es nicht, "Geschäftsergebnisse der Krankenkassen auszugleichen".

Falsch, entgegnet kurz darauf der Ersatzkassenverband: Die AOK habe pro Versichertem zuletzt 41 Euro mehr bekommen, als sie für dessen Versorgung benötigt hätte. Umgekehrt erhielten die Ersatzkassen 24 Euro zu wenig. Aus Sicht des BKK-Dachverbands ist der Zeitpunkt für eine Intervention günstig: Die Regierung könne sofort Manipulationen beim RSA unterbinden und einfache Übergangsregelungen schaffen. (fst)

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (18025)
Organisationen
AOK (7640)
BKK (2227)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Dieses Training hält jung

Forscher haben in einer Studie Trainingsformen identifiziert, die die Zellalterung verlangsamen: Wer sein Leben verlängern will, sollte wohl eher aufs Laufband als in die Muckibude. mehr »

Mehr Ausgaben zur Gesundheitsförderung

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr 8,1 Millionen Menschen mit gesundheitsfördernden und präventiven Maßnahmen erreicht – so viele wie nie zuvor. Doch es gibt auch Lücken. mehr »

Zahl der Abtreibungen zurückgegangen

2018 wird es wohl weniger Schwangerschaftsabbrüche geben als im Jahr zuvor, so eine Statistik. mehr »