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Ärzte Zeitung, 17.01.2011

Kommentar

Ein X für ein U - einvernehmlich

Von Angela Speth

Placebos haben nicht gerade den besten Ruf: Ihre Wirkung wird als rein psychisch belächelt. Wer eine Besserung spürt, hat sich hereinlegen lassen, haha. Dabei gehören die Surrogate zu den am häufigsten angewandten ... ja tatsächlich: Medikamenten. Ihre Wirksamkeit, seit der Antike bekannt, ist mittlerweile für ein Krankheitsspektrum von Arthrose über Schmerzen bis Parkinson belegt. Jährlich werden sie in tausenden Studien als Kontrolle verwendet, in dutzenden selbst untersucht. Nach Schätzungen wirken selbst "echte" Arzneimittel zu 20 bis 80 Prozent durch ihre symbolische Bedeutung.

Doch für Hausärzte lag das Potenzial von Zuckerkügelchen und Kochsalzlösungen bisher brach, weil die Patienten nach juristischen und ethischen Grundsätzen einwilligen müssen und man glaubte, die Placeboeffekte gingen durch die Aufklärung verloren. Daran entzündeten sich auch Diskussionen, inwieweit eine Täuschung zum Wohl der Behandelten vertretbar ist. Mit der Erkenntnis, dass Placebo sogar den Eingeweihten nützt, macht eine neue Studie den Weg frei für einen breiten Einsatz. Und sie belegt, dass die Erwartungen nicht dem Medikament gelten, sondern dem Arzt, seinem Ansehen und seiner Überzeugungskraft.

Lesen Sie dazu auch:
Zu wissen, es ist Placebo - selbst dann spüren Patienten eine Besserung

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