Ärzte Zeitung, 23.09.2008

Bürger sind bei Organspenden verunsichert

Deutsche Stiftung Organtransplantation beobachtet zunehmend Vorbehalte von Angehörigen

MAINZ (fuh). Die Zahl der Organspenden in Deutschland geht auch deshalb deutlich zurück, weil zunehmend Angehörige von Patienten mit geeigneten Organen die Spende verweigern.

Bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wird vermutet, dass Medien-Berichte über illegale Organspenden und eine angebliche Bevorzugung von Privatpatienten bei Transplantationen den Negativ-Trend forciert haben könnten.

Wie jetzt bei einem DSO-Treffen in Mainz deutlich wurde, beobachtet die Organisation darüber hinaus, dass deutlich weniger potenzielle Spender von Intensivstationen an die DSO-Koordinierungsstelle gemeldet werden. Als Ursache wird vermutet, dass viele Kliniken unter einem starken Kostendruck stehen und die Sensibilisierung für Organspenden unter dieser Entwicklung leidet.

In Deutschland gibt es rund 12 000 schwer kranke Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Insgesamt 586 Menschen haben bis Ende Juni 2008 nach ihrem Tod Organe gespendet. Das sind 81 Spender weniger im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings sind einer Umfrage zufolge 68 Prozent der Deutschen prinzipiell zur Spende bereit. In Rheinland-Pfalz hat Gesundheitsministerin Malu Dreyer eine Tour in einzelnen Krankenhäusern begonnen. Sie will nach Gründen forschen, warum diese Häuser sich nicht an Spenden beteiligen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Zahl der Organspender sinkt, die Ursachen sind unklar

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