Ärzte Zeitung online, 14.08.2018

TV-Bericht

Spahn kündigt Organspende-Gesetzentwurf für Herbst an

MAINZ. Für die im internationalen Vergleich relativ geringe Zahl an Organspenden macht das Bundesgesundheitsministerium (BMG) Krankenhäuser mitverantwortlich. Das geht aus einem Statement des Ministeriums gegenüber dem Fernsehmagazin "Report Mainz" hervor.

"Die rückläufigen Spenderzahlen werden unter anderem auf wechselseitige, strukturelle und organisatorische Schwachstellen sowie auf Arbeitsverdichtungen im klinischen Alltag in den Entnahmekrankenhäusern zurückgeführt", heißt es in der Stellungnahme.

Auch werde die Organentnahme nicht ausreichend vergütet. Zudem käme den Transplantationsbeauftragten eine Schlüsselrolle zu. Das BMG kündigte für den Herbst einen Gesetzentwurf an, mit dem das Organspende- und Transplantationswesen deutlich verbessert werden solle.

Erst kürzlich hatte eine große Datenanalyse gezeigt, dass es in Deutschland nicht an der Spendenbereitschaft mangele, sondern ein Erkennungs- und Meldedefizit an den Kliniken das große Problem sei.

So ergab die Studie von Wissenschaftlern der Uniklinik Schleswig-Holstein, dass sich zwischen 2010 bis 2015 die Anzahl der möglichen Organspender um 13,9 Prozent erhöht hat. Die Anzahl der organspendebezogenen Kontakte von Kliniken zur Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) im gleichen Zeitraum aber um 18,7 Prozent zurückgegangen ist. Die Anzahl der realisierten Organspenden ist sogar um 32,3 Prozent gesunken. (eb/chb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »