Direkt zum Inhaltsbereich

Gefährliche Erkrankung

Bornavirus-Infektionen in Deutschland weiterhin selten

In Deutschland sind in den vergangenen Jahren insgesamt 51 Infektionen mit dem gefährlichen Bornavirus gemeldet worden. Nur ein Patient überlebte – er trug bleibende neurologische Schäden davon.

Veröffentlicht:
Die Meldepflicht für das Bornavirus wurde 2020 eingeführt

Die Meldepflicht für das Bornavirus wurde 2020 eingeführt

© Christian Ohde / CHROMORANGE / picture alliance

Berlin. In den zurückliegenden Jahren sind nach Angaben der Bundesregierung in Deutschland 51 Infektionen mit dem Bornavirus (BoDV-1) nachgewiesen worden.

In 50 Fällen starben die betroffenen Patienten, ein Patient überlebte mit bleibenden neurologischen Schäden, heißt es in der Antwort (21/992) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/813) der AfD-Fraktion.

Die Meldepflicht für das Bornavirus wurde den Angaben zufolge 2020 eingeführt. Die Erkrankungsjahre der seither gemeldeten Fälle gehen bis in das Jahr 1992 zurück. Demnach wurden in den Jahren 1992 bis 2019 insgesamt 25 Fälle in Bayern sowie jeweils ein Fall in Brandenburg und Niedersachsen gemeldet.

Ländliche Regionen als Risikofaktor

2020 gab es vier Fälle in Bayern, 2021 sechs Fälle in Bayern und ein Fall in Thüringen. 2022 wurden drei Fälle in Bayern und zwei in Brandenburg registriert, 2023 vier Fälle in Bayern und ein Fall in Brandenburg. 2024 wurde nur ein Fall in Bayern gemeldet. Zuletzt hat es 2025 bisher zwei Fälle in Bayern gegeben.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) seien bislang nur sehr ländliche Wohnregionen innerhalb der bekannten Endemiegebiete als Risikofaktor identifiziert worden, heißt es in der Antwort weiter.

Teile Brandenburgs zählen den Angaben zufolge zum Endemiegebiet von BoDV-1. Absolut gesehen sei das Risiko einer BoDV-1-Infektion für Menschen auch in endemischen Gebieten als sehr gering einzustufen.

Übertragung durch Feldspitzmäuse

Übertragen wird das Virus über die Ausscheidungen von Feldspitzmäusen. Infektionen führen bei den Betroffenen oft zu einer Gehirnentzündung (Meningoenzephalitis).

Die Letalität ist sehr hoch. Die wenigen überlebenden Patienten tragen oft schwere neurologische Schäden davon. Nicht alle Feldspitzmäuse sind Träger des Virus. (eb)

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gefahren durch UV-Filter und Verpackung

Wie gesundheitsschädlich sind Kosmetika?

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Importhunde und Fledermäuse

Tollwut-Risiken in Deutschland – und wie sie sich vermeiden lassen

Lesetipps
Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie

Eine Roboterhand zeigt auf ein Stethoskop

© Slowlifetrader / stock.adobe.com / mit KI generiert

Künstliche Intelligenz

ChatGPT im Praxisalltag nutzen: Wieso diese Verlockung gefährlich ist