Ärzte Zeitung, 17.09.2011

Kaum Interesse an Pflegezusatzversicherungen

KÖLN (iss). Die Deutschen fürchten sich mehr vor Pflegebedürftigkeit als vor Krankheit, zu geringer Rente, Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit. Dennoch haben erst zwei Prozent der Bevölkerung eine private Pflegezusatzversicherung gekauft.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des Versicherers Continentale. Vor Pflegebedürftigkeit haben danach 82 Prozent der über 25-Jährigen Angst. Bei Krankheit sind es 78 Prozent, bei Berufsunfähigkeit 53 Prozent.

Theoretisch halten 77 Prozent eine Pflege-Zusatzversicherung für sinnvoll. Als Hauptgründe, die gegen einen tatsächlichen Abschluss sprechen, nennen 61 Prozent den zu hohen Preis. 58 Prozent gehen davon aus, dass sie durch Partner oder Angehörige gepflegt werden, 57 Prozent erwarten, dass der Versicherer im Ernstfall nicht zahlt.

Die geringe Abschlussquote könne nicht daran liegen, dass sich die meisten eine Zusatzpolice nicht leisten können, sagt Continentale-Vorstand Dr. Christoph Helmich.

Die privaten Krankenversicherer hätten bislang zehn Millionen Zahnzusatzversicherungen verkauft, aber nur 1,7 Millionen Pflegezusatzversicherungen. "Die Menschen lassen sich lieber übermorgen die Zähne sanieren, als an das wichtige Thema Pflege zu denken", so Helmich.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Begrenzte Ressourcen

Topics
Schlagworte
Pflege (5331)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »