Ärzte Zeitung, 25.01.2012

Kommentar

Erst lesen, dann klatschen!

Von Helmut Laschet

In den vergangenen Tagen wurden schon konkrete Beträge gehandelt, wie das Honorar der Ärzte aufgestockt werden könnte, um die ärztliche Versorgung in Heimen zu verbessern. Das hat Beifall ausgelöst. Doch Vorsicht ist geboten!

Nach präzisem Studium des seit Dienstag vorliegenden Referentenentwurfs stellt sich heraus, dass das Gesundheitsministerium - aus guten Gründen - erweiterte Aufgaben für Vertragsärzte, vor allem auch für Fach- und Zahnärzte, in der Heimversorgung vorsieht. Dies betrifft zum einen die Sicherstellung der Versorgung, auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen.

Ferner will der Gesetzgeber eine bessere Koordination der verschiedenen ärztlichen Disziplinen und der Pflege durch gemeinsame Visiten und Fallkonferenzen. Das ist richtig, um etwa eine optimierte Arzneimittelversorgung von Menschen mit chronischen oder mehreren Krankheiten zu gewährleisten.

Sicher ist: Medizinisch wie auch organisatorisch stehen Ärzte und Heime damit vor Herausforderungen.

Dem hohen Anspruch des Gesetzgebers an derartige Koopera tionsverträge stehen jedoch nur wachsweiche Bestimmungen für eine mögliche Honorierung im Gesetz gegenüber. Sie ist vom guten Willen der KVen und Kassen auf Länderebene abhängig. Das ist doch ein bisschen dürftig.

Lesen Sie dazu auch:
Bahrs Erste Hilfe für Demenzkranke
Bahr (pf)legt jetzt richtig los

Topics
Schlagworte
Pflege (4783)
Personen
Helmut Laschet (1338)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »