Ärzte Zeitung, 24.01.2014

Kommentar

Kurswechsel in der Pflege?

Von Christoph Fuhr

Wer hätte gedacht, dass das so schnell geht: Kaum im Amt, überrascht Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) mit einer Pflege-Offensive. Schon Anfang nächsten Jahres sollen Pflegebedürftige in Deutschland bessere Leistungen und mehr Betreuung erhalten.

Was ist in der Vergangenheit im Bereich Pflege nicht alles gefordert, erforscht, diskutiert, analysiert, begrüßt und am Ende wieder verworfen worden. Was wurde nicht alles an Reformen angekündigt, an Schaum geschlagen, an Versprechungen gemacht, die sich hinterher allzu oft als Luftblasen entpuppten.

Die Liste der Pflege-Baustellen ist lang - das zeigt aktuell auch der Deutsche Pflegetag in Berlin. Da ist zum Beispiel das nervtötende Herumgezackere um eine Neudefinition der Pflegebedürftigkeit, da ist der gravierende Fachkräftemangel, da sind die Nöte der pflegenden Angehörigen.

Professionell muss Pflege sein, verlässlich und finanzierbar. Das sind anspruchsvolle Ziele, doch jetzt scheint es so, als ob die Politik kapiert habe.

Ist die Zeit des Herumeierns und Lamentierens also tatsächlich vorbei? Nach all den Erfahrungen der Vergangenheit scheint Vorsicht angezeigt. Oder um es mit Franz Beckenbauer zu sagen: "Schau'n mer mal".

Lesen Sie dazu auch:
Pflegetag: Gröhe verspricht bessere Bedingungen für die Pflege

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »