Ärzte Zeitung online, 23.12.2014
 

Laumann

Tagespflege für Ältere so wichtig wie Kita-Ausbau

Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung will Zahl der Tagespflegeangebote massiv ausbauen.

BERLIN. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, fordert einen massiven Ausbau der Tagespflege für alte Menschen.

"Hilfebedürftige der Altersgruppe Ü 80 müssen uns denselben Kraftakt wert sein wie die Kinder der Altersgruppe U 3", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Er verglich die aus seiner Sicht notwendigen Anstrengungen mit dem Aufbau der flächendeckenden Betreuung für Kinder unter drei Jahre in den alten Bundesländern. Bisher gebe es nur für etwa drei Prozent der Pflegebedürftigen Tagespflegeplätze. Er setze darauf, dass "wir in fünf Jahren jedem Dritten einen solchen Platz anbieten können".

Von 1. Januar an werden - neben anderen Verbesserungen - die Leistungen der Tages- und Nachtpflege nicht mehr auf die Sachleistungen für häusliche Pflege angerechnet. Damit werden die Mittel für dieses Angebot praktisch verdoppelt.

Kritik kam vom Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Laumann solle erst einmal erklären, wer die Kosten trage.

Die Diskussion um die Pflegezeit habe gezeigt, dass niemand in der Koalition bereit sei, diese genauso zu fördern wie die Elternzeit. "Während die Betreuung eines Pflegebedürftigen Privatsache ist, trägt die Kosten für die Elternzeit die Gemeinschaft", sagte er. (dpa)

[25.12.2014, 12:24:25]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
@Dr. Fritz Gorzny es ist immer schlecht ein vernünftiges Ziel damit zu unterstützen,
dass man ein anderes vernünftiges Ziel diskriminiert.
Dazu ist ein sehr unvernünftiges und viel viel viel viel teureres Ziel wesentlich besser geeignet,
wie z.B. die Klimarettung oder militärische Aufrüstung um gegen Russsland in den Krieg zu ziehen.
Für mich war immer der Zustand eines Friedhofs ein gewisses Kriterium für das kulturelle Niveau einer Gesellschaft. Das ist nicht abhängig vom "Bruttosozialprodukt". Also der Umgang mit alten Menschen.
Ich sehe auch eine gewisse "Kinderfeindlichkeit", keine Frage. zum Beitrag »
[23.12.2014, 15:00:26]
Dr. Fritz Gorzny 
Die Jugend sollte schon Vorrang haben
ALs Ophthalmologe, der sich überwiegend mit Kinderophthalmologie beschäftigt, habe ich immer mit großer Sorge beobachtet, wie schlecht es um die Vesorgung unseres Nachwuchses mit Sehhilfen bestellt ist. Nicht mal die Fassungen werden den Eltern erstattet, während in der Geriatrie Kosten in Milliardenhöhe bis zum letzten Atemzug erstattet werden. Das ist eine Katastrophe für die Schulische Entwicklung der betroffenen Kinder, für deren berufliche Karriere und schlecht für unser Volk. Jetzt wird schon wieder debattiert, was wichtiger ist: Kitas, also die Entwicklug und fachgerechte Betreuung unserer Kinder also unserer ZUkunft, oder die optimale Betreuung alter pflegebedürftiger Menschen, was ein Faß ohne Boden sein dürfte, wenn auch noch für jeden Sterbenden eine Unterbringung in ein Hospiz gefordert wird.Dies Leistungen müssten in hohem Maße von den sowieso schon hochverschuldeten Kommunen geleistet werden, die dann wieder an anderer Stelle sparen müssten z.B. Schulen, Universitäten,Bildung,Kultur und Infrastruktur. Eine gefährliche Spirale; alles für die immer steigende Zahl alter ,teils kranker- versorgt mit immer teurerer medizinischer Versorgung- und zunehmend dementer Menschen, vergleichbar nichts für unsere Kinder und Jugendlichen, deren Mütter man zwingt Vollzeit zu arbeiten um ihre eigene schlechte Altersversorgung aufzustocken. Volkswirtschaftlich ein Desaster zum Beitrag »

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