Ärzte Zeitung, 26.01.2016

Familienpflege

Konkrete Zahlen fehlen

NEU-ISENBURG. Während einer Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz haben im vergangenen Jahr 119 Personen ein Darlehen in Anspruch genommen, bei einer Freistellung nach dem Familienpflegezeitgesetz waren es 123.

Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Über die genaue Zahl von Freistellungen könne keine Aussage getroffen werden, da die Inanspruchnahme nicht meldepflichtig sei.

Auch die Zahl der Darlehen lasse keinen Rückschluss zu, wie viele Beschäftigte diese Option wahrgenommen haben. Es werde aber davon ausgegangen, "dass die Anzahl der Freistellungen deutlich über der Anzahl der Darlehen liegt"

.Die durchschnittliche Höhe des Darlehens bei einer Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz betrug bei Frauen monatlich 346,76 Euro, bei Männern 482,39 Euro.

Etwas geringer, in der Geschlechteraufschlüsselung aber ähnlich, liegen die Darlehen bei Freistellungen nach dem Familienpflegezeitgesetz: Hier waren es bei Frauen 285,87 Euro, bei Männern 389,57 Euro.

Insgesamt wurden im Haushaltsjahr 2015 zinslose Darlehen für die Pflege- sowie die Familienpflegezeit in Höhe von insgesamt rund 1,02 Millionen Euro bewilligt, etwa 650.000 Euro davon sind ausgezahlt worden.

Das im Dezember 2014 beschlossene Gesetz zur Familienpflegezeit sieht unter anderem einen Rechtsanspruch auf maximal sechs Monate unbezahlte Freistellung zur Pflege eines Angehörigen vor.

Eine aktuelle Umfrage der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zeigte jedoch, dass die Ansprüche nicht vielen bekannt sind (die "Ärzte Zeitung" berichtete): 84 Prozent der Befragten gaben an, sich "eher schlecht" oder "sehr schlecht" über die Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege informiert zu fühlen. So ist zum Beispiel der großen Mehrheit die Familienpflegezeit unbekannt (ebenfalls 84 Prozent).

Das Bundesfamilienministerium plane, die Wirkungen des im Dezember 2014 beschlossenen Familienpflegezeitgesetzes genauer untersuchen zu lassen. (jk)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Nach Laborreform - Alte EBM-Nummer, aber neue Fallen für den Bonus

So viel hat sich bei den Ausnahme-Kennnummern im Labor zum 1. April gar nicht geändert. Doch ihre Wirkung auf Laborkosten ist völlig anders als bisher. Lesen Sie am Beispiel des Diabetes, wie Sie neue Fallen im Labor vermeiden. mehr »

Neue MS-Medikamente für weniger Schübe und weniger Behinderung

Wie innovative Medikamente und neue Behandlungsrichtlinien die Therapie bei MS optimieren – das ist ein Schwerpunkt beim Kongress der Europäischen Neurologen in Lissabon. mehr »