Ärzte Zeitung, 27.04.2016

Hamburg

Behörde nimmt Pflegedienste unter die Lupe

HAMBURG. Die Gesundheitsbehörde in Hamburg startet ein Projekt zur besseren Bekämpfung von Abrechnungsbetrug in ambulanten Pflegeheimen. Derzeit wird ein bezirksübergreifendes Team zusammengestellt, das systematisch Rechnungen, Leistungsnachweise, Dienst- und Tourenpläne von Pflegediensten auf Unregelmäßigkeiten überprüft und diese mit Daten der Kranken- und Pflegekassen abgleicht.

 Bei Verdacht auf Abrechnungsbetrug wird Strafanzeige erstattet. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) begründete den Aufwand mit "schwarzen Schafen" unter den 370 ambulanten Pflegediensten in der Stadt.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde gibt es in Hamburg "Hinweise auf Auffälligkeiten in den Abrechnungen von ambulanten Leistungen".Von den rund 50.000 pflegebedürftigen Menschen in der Hansestadt erhalten rund 7000 ambulante Leistungen im Rahmen der Hilfen zur Pflege. Die Stadt als Sozialhilfeträger zahlt dafür jährlich rund 100 Millionen Euro. Die Kosten für das fünfköpfige Einsatzteam sollen möglichst durch zurückgeforderte Leistungen und vermiedene Schäden erwirtschaftet werden. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »