Ärzte Zeitung, 15.02.2017

Brandenburg

Sozialministerin hat Pflege im Fokus

Brandenburg setzt auf dezentrale Lösungen, um den künftigen Herausforderungen in der Pflege zu begegnen. Dafür reiste Sozialministerin Diana Golze in einer "pflegepolitischen Tour" durchs Land.

POTSDAM. Pflege, wo es machbar ist, in vertrauter Umgebung zu ermöglichen ist der Dreh- und Angelpunkt aller Maßnahmen der rot-roten Regierung von Brandenburg. 2015 startete Sozialministerin Diana Golze (Linke) eine Pflegeoffensive, mit der unter anderem Anlauf- und Beratungsstellen in den Kommunen unterstützt werden. Das Land gibt für die Pflegeoffensive seit 2016 jeweils eine Million Euro pro Jahr aus, um so der "Pflege im Quartier" den Weg zu bereiten.

Eines der zentralen Projekte der Pflegeoffensive, das die Regierung mit 600.000 Euro jährlich unterstützt, ist die Einrichtung einer "Fachstelle für Altern und Pflege im Quartier". An fünf Standorten sollen 18 Mitarbeiter beim Auf- und Ausbau von "alternsgerechten Lebensräumen" und Pflegestrukturen in den Städten und Kommunen helfen. Die Fachstelle bietet unter anderem Beratung und Bestandsanalysen an, informiert über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten und fördert den Erfahrungsaustausch.

Etwa 110.000 pflegebedürftige Menschen leben derzeit in der Mark, ein Anteil an der Gesamtbevölkerung von 4,5 Prozent. Dieser könnte bis 2040 angesichts der demografischen Entwicklung in Brandenburg sogar bis auf acht Prozent steigen.

Sozialministerin Golze hat sich und ihrer Offensive deshalb auch zum Ziel gesetzt, den Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen zu bremsen. "Im Jahr 2040 soll es in Brandenburg deutlich weniger als 170.000 Pflegebedürftige geben", sagte die Ministerin anlässlich des Endes ihrer "pflegepolitischen Tour", die sie zusammen mit ihrer Staatssekretärin in den vergangenen Monaten in alle Landkreise und kreisfreien Städte geführt hatte.

Vor Ort sprach sie mit den Verantwortlichen, Akteuren und Entscheidern darüber, "wie Pflege vor Ort gestaltet werden kann". Wichtig sei es, Angebote zur Alltagsunterstützung zu schaffen. Ebenso könnten kompetente Pflegedienste dazu beitragen, Pflegebedürftigkeit zu bewältigen und ihr Fortschreiten zu verzögern, so Golze.

Sie kündigte an, die Vernetzung von professionellen, familiären, ehrenamtlichen und nachbarschaftlichen Angeboten stärker ausbauen und unterstützen zu wollen. Zudem werde sich das Land dafür einsetzen, dass weitere Pflegestützpunkte eröffnet werden. (juk)

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