Ärzte Zeitung online, 14.02.2018

Rheinland

Pflegekräfte besonders häufig krank

KÖLN. Pflegekräfte im Rheinland hatten 2016 einen überdurchschnittlichen hohen Krankenstand. Das zeigt eine Auswertung der AOK Rheinland/Hamburg. Danach betrug der Krankenstand über alle Berufsgruppen hinweg in dem Jahr 5,57 Prozent. Bei den Pflegekräften waren es dagegen 7,31 Prozent. "Langzeiterkrankungen wie Muskel- und Skeletterkrankungen oder psychische Erkrankungen waren für ein Drittel der Arbeitsunfähigkeitstage von Pflegekräften verantwortlich", teilte die Kasse mit. Das zeige die hohen physischen und psychischen Belastungen, denen Pflegekräfte ausgesetzt seien. Über alle Berufsgruppen verursachten 2016 Muskel- und Skeletterkrankungen die meisten Fehltage von Arbeitnehmern. (iss)

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[19.02.2018, 13:02:43]
Kurt-Michael Walter 
AOK-Statistik: Mangelhafte Präventionsmaßnahmen der Krankenkassen?

Ein Vergleich des Krankenstandes der Pflegekräfte mit dem Krankenstand „aller Berufsgruppen“ wie zum Beispiel aus der Industrie und dem Handel ist wegen der ganz unterschiedlichen Arbeitsprozesse falsch.

Eine bessere Aussage wäre ein Vergleich der Krankenstände von Pflegkräften über einen Zeitraum von mehreren Jahren, damit könnten auch die Präventionsmaßnahmen der Krankenkasse und der gesetzlichen Unfallversicherung nachweislich dargestellt werden.

Das Belastungs-Beanspruchungssystem der Pflegekräfte zeigt je nach Arbeitsplatzanforderung eine hohe Physische- und Psychische Beanspruchung. Deshalb ist es so Wichtig, dass die Krankenkassen und die gesetzlichen Unfallversicherung aktive Präventionsmaßnahmen im Bereich der Arbeitsgestaltung betreiben und die Arbeitsprozesse von Pflegekräften weiterentwickeln.

Anders als in der privaten Wirtschaft gibt es in der öffentlich-rechtlichen Pflegebranche kein Gewerbeaufsichtsamt das die gesundheitsgefährdenden Arbeitsstätten/-systeme sanktioniert bzw. in Extremfällen verbietet.
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