Ärzte Zeitung online, 30.11.2018

Pflegeversicherung

Bundestag gibt Plazet zum Beitragssprung

BERLIN. Der Bundestag hat am Donnerstag die Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte zum 1. Januar 2019 beschlossen. Ab dann gilt ein Satz von 3,05 Prozent oder 3,3 Prozent (Kinderlose). Es handelt sich um die dritte Erhöhung seit 2015.

Seit 2009 haben die Ausgaben der Pflegeversicherung von 20 auf 35 Milliarden Euro zugenommen. „Und sie werden weiter steigen“, sagte BMG-Staatssekretär Thomas Gebhart. Wenn im Sommer 2019 Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege vorliegen, würden weitere Reformschritte folgen.

Der Beitragssprung bringt den Pflegekassen Mehreinnahmen von jährlich 7,6 Milliarden Euro. Das reiche aus, um die Beiträge bis 2022 stabil zu halten. Dies stellte die FDP-Abgeordnete Nicole Westig in Frage und befand: „Das Umlagesystem trägt nicht mehr.“ Sie forderte mehr Kapitaldeckung und sprach sich für eine Reform des Pflegevorsorgefonds aus.

Auch die Linken bezweifelten, dass die Mehreinnahmen ausreichen. Allein die Refinanzierung der tariflichen Bezahlung von Pflegekräften werde jährlich sechs Milliarden Euro kosten. Die Fraktion plädiert für das Modell einer Bürgerversicherung auch in der Pflege. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vertragsärzte spielen bei künftiger Notfallversorgung starke Rolle

Nach der Sommerpause steht die Reform der Notfallversorgung an. Ein erster Aufschlag aus dem Bundesgesundheitsministerium zeigt, wohin die Reise gehen wird. mehr »

Beim Hausarzt sind Patienten sicher

Viele Patienten erleiden während ihrer Therapie Schäden, die eigentlich vermeidbar gewesen wären. Hausarztpraxen sind jedoch ein sicheres Pflaster, wie eine Analyse ergab. mehr »

Dauerhaft Kortison fördert Infektionen

Die langfristige Einnahme von Kortikosteroiden, wie bei Polymyalgia rheumatica oder Riesenzellarteriitis notwendig, macht anfällig für teilweise lebensbedrohliche Infektionen: Das Risiko ist bereits bei niedrigen Dosierungen erhöht. mehr »