Ärzte Zeitung online, 16.01.2019

Pflegepolitik

Fokus auf die Pflegearbeit

Ein Kommentar von Anno Fricke

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Schreiben Sie dem Autor anno.fricke@springer.com

Für die Koalition muss enttäuschend sein, dass ihre Aktivitäten in der Pflegepolitik in einer Umfrage ziemlich deutlich abgewatscht werden.

Seit mehreren Legislaturperioden ist die Baustelle offen. Seit 2017 ist endlich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff scharf gestellt. Die Ausbildungsreform ist zwar auch irgendwie noch eine Hängepartie, aber es tut sich etwas.

Jetzt wird es allerhöchste Zeit, den Fokus auf die Beschäftigten zu lenken. Tatsächlich ist die Koalition hier schon aktiv. Die Stimmungslage haben diese Maßnahmen noch nicht beeinflusst. Schließlich lässt de facto noch nirgendwo besichtigen, dass zum Beispiel das Sofortprogramm Pflege mit seinen 13.000 neuen Stellen in irgendeinem Heim die Schichtpläne entlastet hätte.

Die notwendige Arbeitskraft zur Entlastung ist wohl vorhanden. Fachleute schätzen, dass die stille Reserve rund 200.000 Köpfe zählt. Das sind Menschen, die den Pflegeberuf wegen schlechter Bezahlung und Arbeitsbedingungen an den Nagel gehängt haben. Um ihre Rückkehr müssen Politik und Arbeitgeber jetzt werben.

Dass eine gute Pflegeversorgung Geld kostet, ist übrigens für die Öffentlichkeit kein kritischer Punkt. 77 Prozent würden sich mit einem höheren Pflegebeitrag abfinden.

Lesen Sie dazu auch:
Pflegeberufe: Von prima Klima weit entfernt
Prognose: Pflegebeitrag wird weiter steigen

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