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Multiresistente Keime

Ambulante Pflege mit Hygiene auf Kriegsfuß?

Einschlägige Sanierungsmaßnahmen bei Infektionen mit Problemkeimen gehören in ambulanten Pflegediensten keineswegs zum Standard – und wenn doch, dann sind sie vielen Mitarbeitern nicht bekannt.

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Multiresistenten Keimen ließe sich auch schon im Rahmen der ambulanten Pflege zu Leibe rücken.

Multiresistenten Keimen ließe sich auch schon im Rahmen der ambulanten Pflege zu Leibe rücken.

© United Archives / mauritius images

BERLIN. In vielen Krankenhäusern gilt der Kampf gegen antibiotikaresistente Keime als wahre Sisyphusarbeit. Die Problematik betrifft jedoch ebenso die ambulante Pflege, die laut einer aktuellen Studie nicht durchweg auf den fachgerechten Umgang mit multiresistenten Keimen vorbereitet ist. An der bundesweit vom Berliner Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und der Charité durchgeführten Befragung beteiligten sich nach Angaben des ZQP 656 Mitarbeiter aus 107 ambulanten Pflegediensten.

Ausgangspunkt der Erhebung war eine frühere Analyse des ZQP, wonach 2016 in etwa jedem zweiten Pflegedienst von mindestens einem Mitarbeiter bekannt war, „dass dieser in den zurückliegenden 12 Monaten mit Problemkeimen bei Pflegebedürftigen konfrontiert gewesen war. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen“. In den meisten Fällen (laut ZQP 95 Prozent) habe es sich nach eigener Auskunft des Dienstes um einen multiresistenten Erreger gehandelt.

Mitarbeiter kennen Vorgaben nicht

Mit der jetzt veröffentlichten Studie sollte die Frage beantwortet werden, wie ambulante Pflegedienste mit dieser Hygiene-Herausforderung fertig werden. Die eher ernüchternde Antwort: „In nur etwa 50 Prozent von MRSA-Fällen kann – bei den in die Untersuchung eingeschlossenen ambulanten Diensten – eine fachgerechte MRSA-Versorgung erfolgen.“ Was daran liege, dass

  • in fast einem Drittel (29 Prozent) der befragten Dienste ein festes Sanierungsschema für den Fall einer Infektion mit einem multiresistenten Erreger fehle,
  • und dass es in ebenso vielen der teilnehmenden Dienste (29 Prozent) auch kein Protokoll zur Dokumentation einer erfolgten Keimsanierung gebe.
  • In denjenigen Diensten jedoch, in denen Sanierungsschemata und Dokumentationsprotokolle implementiert sind, wüssten davon viele Mitarbeiter nichts. Dort hätten 26 Prozent der Befragten das vorhandene Sanierungsschema nicht gekannt und 27 Prozent keine Ahnung gehabt, dass es auch ein Sanierungsprotokoll gibt.
  • Weiter heißt es, Mitarbeiter solcher Dienste, die regelmäßige Hygieneschulungen veranstalten, hätten aber auch erkennbar bessere Kenntnis von den Verfahrensabläufen bei einer MRE-Sanierung.

Fazit des ZQP-Vorsitzenden Dr. Ralph Suhr: „Fortbildungen für Pflegekräfte sind für das gesamte Thema Patientensicherheit von erheblicher Bedeutung – das zeigt sich auch beim Hygienemanagement.“ Pflegedienste und -einrichtungen müssten darum „sicherstellen, dass die Mitarbeitenden ihr Wissen häufig genug auffrischen können“.

Nach Angaben des ZQP sind ambulante Dienste an der Versorgung bundesweit 830.000 Pflegebedürftiger beteiligt; das entspreche rund einem Viertel aller Pflegebedürftigen in Deutschland. (cw)

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