Ärzte Zeitung, 07.06.2013

Psychotherapie

Nur 30 Prozent der Patienten sind Männer

BERLIN. Männer sind mindestens genauso oft von psychischen Erkrankungen betroffen, wie Frauen. In psychotherapeutischen Praxen spiegelt sich das jedoch nicht wider: Hier sind nur 30 Prozent der Patienten männlich.

"Für Männer ist es gesellschaftlich oft nicht möglich, psychische Erkrankungen öffentlich zu machen", sagte Barbara Lubisch, stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV).

Sie gingen mit ihrem seelischen Leiden zudem oft anders um als Frauen: Männer reagierten zum Beispiel häufiger aggressiv statt traurig. Zudem begingen sie dreimal häufiger Suizid (2011: 7646 Männer) als Frauen.

Aus diesem Grund sollten die Angebote für Psychotherapie für Männer in Praxen niedrigschwelliger werden, forderte Lubisch. Denkbar seien Akutsprechstunden und Gruppenpsychotherapien. Doch zurzeit seien männergerechte Psychotherapieangebote Mangelware.

Darüber hinaus müssten präventive Angebote in Betrieben verstärkt werden. "Deshalb sollte das Präventionsgesetz speziell Aspekte psychischer Gesundheit berücktsichtigen", so Lubisch. (sun)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »

Sinken die Konnektor-Preise?

Wie werden sich die Preise für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur entwickeln, wenn dann vier Konnektoren auf dem Markt sind? Die Selbstverwaltung hofft auf sinkende Preise - doch ob das so kommt, ist fraglich. mehr »