Ärzte Zeitung App, 27.11.2014

Drogen

Cannabis grassiert unter Jugendlichen

BERLIN. Cannabiskonsum ist bei unter 25-Jährigen der Hauptgrund für ambulante und stationäre Behandlungen infolge des Konsums illegaler Drogen. Das geht aus dem Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) hervor, der am heutigen Donnerstag veröffentlicht wird.

Von den zwölf- bis 17-Jährigen haben demnach rund 270.000 im vergangenen Jahr mindestens einmal Cannabis konsumiert. Etwa 63.000 nahmen es regelmäßig, heißt es in dem Reitoxbericht 2014, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt. In den Suchtberatungsstellen liegen demnach die Cannabiskonsumenten mit 60 Prozent an der Spitze der Ratsuchenden.

Im stationären Bereich haben die Patienten mit einer Hauptdiagnose aufgrund von Cannabismissbrauch mit 28 Prozent erstmalig den Anteil der Behandlungen aufgrund von Opioidkonsum (27,1 Prozent) übertroffen und stellen nun die größte Betroffenengruppe. (af)

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[27.11.2014, 16:36:11]
Dr. Detlef Bunk 
"Dogenmündige" Jugend?
Ich kommentiere noch einmal wie zum gestrigen Artikel anlässlich der Werbespots des „Hanfverbands“: Der Konsum von Tetrahydrocannabinol (THC) birgt ein hohes individuelles Gesundheitsrisiko für schwere psychotische Erkrankungen, insbesondere für Jugendliche (Zammit et al., 2007). Die Forderung der THC-Legalisierung ist ein schwerer Angriff auf Volksgesundheit und Gesundheitswesen. Hier muss ein Riegel vorgeschoben werden. Denn wir haben schon genug Verrückte, Drogenabhängigen und Psychotherapiebedürftige in Deutschland!

Lit:
Zammit, S, Lingford-Hughes, A, Barnes, T, Jones, P, Lewis, G, Moore, T & Burke, M (2007). ‘Cannabis use and risk of psychotic or affective mental health outcomes: a systematic review’. The Lancet, Vol. 370 (9584), pp. 319 – 328.


Dr. phil. Detlef Bunk, Dipl. Psych., PP, KJP, Essen

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