Ärzte Zeitung online, 28.04.2017

Volkshochschulen

Massive Kritik an Zertifizierung für Präventionskurse

BONN. Volkshochschulen haben das Präventionsgesetz für sich entdeckt: Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) fordert jetzt eine Vereinfachung der Anerkennung von Präventionskursen. Der Verband kritisiert, dass die Zertifizierung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP)zu sehr an Formalien orientiert sei und beispielsweise die Lehrerfahrung der Kursleiter zu wenig beachte. Der Aufwand für die formale Anerkennung sei bei der Vielzahl von Kursen für die VHSen ohnehin zu hoch.

Die Anerkennung ist Voraussetzung dafür, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Gebühren für die Kursteilnahme bezuschussen. Der DVV argumentiert mit dem gesellschaftlichen Nutzen: "Studien belegen, dass sozial Benachteiligte größeren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Diesen sollte der Zugang zu Bewegungs- und Entspannungskursen oder zu Weiterbildung in Fragen gesunder Lebensführung geebnet werden", sagt DVV-Verbandsdirektor Ulrich Aengenvoort. Die Kassen dürften seit 2016 mindestens rund 490 Millionen Euro für Gesundheitsförderung und Prävention ausgeben.

Seit 2014 kümmert sich die ZPP, eine gemeinsame Einrichtung fast aller Kassen, um die einheitliche Zertifizierung von Präventionskursen. "VHSen erleben die Zusammenarbeit aber als kompliziert und bürokratisch", bedauert Aengenvoort. (ajo)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Lebensmittelallergie kommt oft mit den Jahren

Viele Menschen glauben, sie haben eine Nahrungsmittelallergie – dabei ist das oft falsch, so Forscher. Und wer eine hat, bekommt sie häufig erst als Erwachsener. mehr »

Wenn HIV-Selbsttests falsch anschlagen

Die Packungsbeilagen etlicher HIV-Selbsttests sind fahrlässig unvollständig: Über die eher geringe Wahrscheinlichkeit, bei einem positiven Test tatsächlich infiziert zu sein, erfahren Anwender nichts. mehr »

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »