Prävention

Fitnessbranche sieht fünf neue Trends

Die Fitnessstudios in Deutschland blicken optimistisch ins neue Jahr: Vom Präventionsgesetz versprechen sie sich Impulse, und eine neue Norm soll die Qualität der Studios belegen.  Ein Ausblick.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Fitness für die Gesunderhaltung: Die Studios wollen noch mehr von Angeboten für Versicherte und Beschäftigte profitieren.

Fitness für die Gesunderhaltung: Die Studios wollen noch mehr von Angeboten für Versicherte und Beschäftigte profitieren.

© Klaus Rose

HAMBURG. DIN-zertifizierte Fitness-Anlagen, zertifizierte Präventionskurse, Wearables/ Fitness Tracker, Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) sowie Bewegungskurse für Kinder - das sind nach Einschätzung des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) fünf neue Trends, die die Branche dieses Jahr prägen werden.

Die Trends im Einzelnen: Die Professionalisierung ist und bleibt laut DSSV vorherrschender Trend in der Fitnessbranche. Damit der Kunde bei der stetig wachsenden Anzahl an Fitnessstudios die Möglichkeit habe, deren Qualität zu beurteilen, sei vor Kurzem die DIN-Norm 33961 geschaffen worden.

Sie erlaube es Kunden, unter anderem in folgenden Bereichen objektiv und unabhängig zu vergleichen: Mitarbeiterqualifikation, Kundenvertrag, Sicherheitsstandards, Betreuungssysteme sowie Geräteausstattung. 2016 wird sich eine Vielzahl von Fitness-Studios nach der DIN 33961 zertifizieren lassen, um den Kunden ihre Qualität von einer neutralen Stelle unter Beweis zu stellen, so die Prognose des DSSV.

Kassenprävention als Treiber

Im Rahmen des am 25. Juli vergangenen Jahres in Kraft getretenen Präventionsgesetzes haben sich die Ausgabenrichtwerte der Krankenkassen im Bereich Prävention mehr als verdoppelt. Dazu wurde der Ausgabenrichtwert von 3,09 Euro auf sieben Euro pro Person angehoben. Von den sieben Euro sollen laut Präventionsgesetz zwei Euro in Settingansätze fließen, zwei Euro in das betriebliche Gesundheitsmanagement und drei Euro in die individuelle Prävention.

Die Krankenkassen dürften jährlich mindestens rund 490 Millionen Euro für Gesundheitsförderung und Prävention ausgeben. Eine Gesundheitsdienstleistung, die 2016 von der Präventionsförderung profitieren wird, so der DSSV, sind bei der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifizierte Präventionskurse. Die Kassen übernehmen für ihre Versicherten dabei bis zu 80 Prozent der Kosten.

Durch die Verdopplung der Krankenkassengelder für Präventionsangebote werden, so prognostiziert der Branchenverband, Präventionskurse im Jahr 2016 einen Boom erleben. Dies beflügele das wesentliche Ziel der Kurse, die Teilnehmer zu einer regelmäßigen Ausübung von gesundheitsförderlicher körperlicher Aktivität zu bewegen.

Technologien zur Selbstvermessung haben den Sprung vom Nischenprodukt zum Massenmarkt längst gemeistert. 90 Millionen Wearables wie Activity Tracker oder Smart Watches wurden allein im vergangenen Jahr verkauft. Und damit nicht genug: Bis Ende 2018 soll die Zahl laut Marktforschungsinstituten auf rund 485 Millionen Einheiten weltweit ansteigen.

Tragbare, intelligente Uhren und Armbänder sind demnach längst nicht mehr nur Technik-Nerds vorbehalten, sondern auch für das ganz normale Fitness-Studio-Mitglied interessant. Für den DSSV steht daher außer Frage, dass sich der Boom für Wearables - gerade im Fitnessbereich - auch dieses Jahr fortsetzt und diese Produkte den Massenmarkt noch weiter durchdringen werden.

Die intelligenten Tracker seien sowohl in der Lage, allgemeine Aktivitäten, als auch das Training mit elektronischen Fitnessgeräten im Studio zu messen.

Studiobesuch gegen Fehlzeiten

Bereits jeder dritte Arbeitgeber bietet seinen Beschäftigten Fitness- oder Sportangebote zu vergünstigten Tarifen an - Tendenz stark steigend. Doch Betriebliches Gesundheitsmanagement geht noch einen Schritt weiter, indem es direkt im Betrieb ansetzt: Die Ziele eines BGM reichen von der Unterstützung der Beschäftigten hinsichtlich der Ausübung gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen, über die Gestaltung von gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen bis hin zum Demografie- und Fehlzeitenmanagement.

Der DSSV hofft, dass die Zahl der Unternehmen, die auf BGM setzen, sprunghaft steigt. In den kommenden fünf Jahren könnte dann ein Viertel der Einnahmen der Fitness-Studios aus diesem Umfeld stammen.

Zertifizierte Bewegungskurse für acht- bis 14-jährige Kinder, die bis zu 100 Prozent von der Kasse übernommen werden, sollen die Prävalenz von Aufmerksamkeitsstörungen, Lese-, Schreib- und Rechenschwächen sowie Lern- und Verhaltensauffälligkeiten in der Altersgruppe reduzieren helfen - unter anderem durch gezielte Überkreuzübungen zur Schulung der Koordination, Bewegungsaufgaben, psychomotorische Spielelemente oder Wahrnehmungs- und Koordinationsschulung.

Alte Trends setzen sich fort

Durch die steigende Inaktivität von Kindern und immer weniger Schulsport haben zertifizierte Bewegungskurse für die Kleinsten eine gute Chancen, sich 2016 am deutschen Fitnessmarkt zu etablieren, prognostiziert der DSSV.

Neben den fünf neuen Trends, so schätzt der Branchenverband, gibt es zusätzlich stark nachgefragte Trainingsformen, die bereits im vergangenen Jahr als Trend identifiziert worden waren (wir berichteten): Functional Training, High Intensity Training, Personal Training und Kleingruppentraining sowie Entspannungstraining.

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