Ärzte Zeitung online, 27.03.2018

Ernährung

Klöckner lehnt Lebensmittel-Ampel ab

Verbraucherschützer fordern Ampelfarben auf den Verpackungen von Lebensmittel, die anzeigen sollen, wie (un)gesund das Nahrungsmittel ist. Die neue Bundesernährungsministerin Julia Klöckner ist von der Idee mit Grün, Gelb, Rot nicht begeistert.

Klöckner lehnt Lebensmittel-Ampel ab

Grün, Gelb, Rot: Daumen hoch oder runter!

© pico / stock.adobe.com

BERLIN. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner lehnt eine Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel in den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün ab.

"Die vereinfachte Ampelkennzeichnung bringt Verwirrung", sagte die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag).

Sie verwies auf das Beispiel frischgepressten Orangensafts, der Zucker enthalte und eine rote Kennzeichnung bekäme. "Daneben steht eine Light-Limonade mit grüner Ampel. Ist das Naturprodukt wirklich ungesünder?"

Klöckner betonte, sie halte es für den falschen Weg, "dass wir einzelne Rohstoffe zum Sündenbock für Fehlernährung machen". Nötig sei eine Gesamtstrategie zum Reduzieren von Kalorien.

Lebensmittelbranche ist kritisch

Verbraucherschützer fordern seit langem eine Kennzeichnung bestimmter Lebensmittel in den Ampelfarben für Salz, Zucker und Fett – je nach Gehalt in Rot, Gelb oder Grün.

Die deutsche Lebensmittelbranche sieht dies äußerst kritisch. Einige Konzerne machen sich aber für eine einheitliche europäische Ampel-Kennzeichnung auf Basis eines Modells in Großbritannien stark.

Laut Koalitionsvertrag wollen Union und SPD das System der Nährwertkennzeichnungen für verpackte und verarbeitete Lebensmittel weiterentwickeln, indem der Gehalt "gegebenenfalls vereinfacht visualisiert wird".

Ein Modell dafür soll mit Lebensmittel- und Verbraucherverbänden sowie mit Rücksicht auf kleinere Anbieter bis Sommer 2019 erarbeitet werden. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »