Ärzte Zeitung online, 14.08.2019

Kommentar zur Lebensmittelampel

Eindeutiges Urteil

Die aktuelle Umfrage über das Label zur Kennzeichnung von Lebensmitteln gibt Ernährungsministerin Klöckner eine klare Ansage.

Von Helmut Laschet

155a0203_7862298-P.jpg

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

Im Herbst sollte bisher entschieden werden, wie Verbraucher mit einem Label über die gesundheitlichen Vorteile oder Risiken von Fertignahrungsmitteln informiert werden sollen. Das Ziel muss sein: Verbraucher sollen auf einen Blick erkennen können, ob das Ausmaß an Zucker, Fett und Salz so hoch ist, dass ein sparsamer Konsum solcher Lebensmittel angeraten ist.

Die am Donnerstag von medizinischen Fachgesellschaften und Verbraucherorganisationen vorgestellte Forsa-Repräsentativbefragung zeigt ein eindeutiges Ergebnis zugunsten des Nutri-Score, der fünf Kategorien von A (gesund) bis E (Risiko für Gesundheit) kennt und diese von sattgrün bis tiefrot abstuft.

Dieser Score wurde verglichen mit dem Klöckner-Modell „Wegweiser Ernährung“, der null bis fünf Sterne in einer türkisfarbenen Farbskala vergibt und überdies Angaben zu Zucker, Salz, Fett, gesättigten Fettsäuren und Kalorien macht.

Solch kleinteilige Information mit unlesbaren Schriftgrößen fällt im Urteil der Verbraucher gnadenlos durch: Nur neun Prozent finden das verständlich, aber 78 Prozent verstehen, was der Nutri-Score sagt. Noch größer sind die Differenzen bei den Risikogruppen. Das ist eine klare Ansage an Julia Klöckner. Das Lavieren sollte ein Ende haben.

Lesen Sie dazu auch:
Ernährung: Mehrheit der Bürger präferiert Nutri-Score

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

PrEP-Kapitel neu im EBM

Die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) als Kassenleistung: Nun stehen die erforderlichen EBM-Abrechnungsziffern fest. mehr »

Psychische Leiden häufiger bei dicker Luft

Liegt Depression in der Luft? Es gibt Hinweise, dass eine miese Luftqualität das Risiko für schwere psychische Erkrankungen steigert. mehr »

Ostdeutsche sind weniger zufrieden

Bürger im Osten stellen ihrer Gesundheitsversorgung vor Ort ein schlechteres Zeugnis aus als dies Westdeutsche tun. Am zufriedensten sind die Bayern. mehr »