Ärzte Zeitung, 27.12.2010

Neue Regeln für Suizidbeihilfe

Das ärztliche Berufsrecht für Beihilfe beim Suizid soll geändert werden - entscheidend bleibt das ärztliche Gewissen.

Neue Regeln für Suizidbeihilfe

BÄK-Präsident Hoppe: Beihilfe zum Suizid gehört nicht zu den ärztlichen Aufgaben.

© Jürgen Lösel

BERLIN (fuh). Die deutsche Ärzteschaft will mit Blick auf das derzeit geltende Berufsrecht Widersprüche bei der Regelung für Beihilfe zum Suizid auflösen. Das hat Bundesärztekammerpräsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe angekündigt.

In einem Entwurf für die neuen Grundsätze zur Sterbegeleitung werde zwar klargestellt, dass Beihilfe zum Suizid nicht zu den ärztlichen Aufgaben gehöre, sagte Hoppe. Sie solle aber in Zukunft möglich sein, allerdings nur dann, wenn der Arzt das mit seinem Gewissen vereinbaren könne.

Die Beihilfe zum Suizid ist zwar nach den derzeit geltenden Regelungen nicht strafbar, bisher aber durch das ärztliche Berufsrecht als unethisch verboten. Es sei an der Zeit, diesen Widerspruch aufzulösen, so der Bundesärztekammerpräsident in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Er stellte klar, dass eine Suizidbeihilfe für ihn selbst keine Handlungsoption sei, er könne sie mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. "Ich plädiere für gekonnte Palliativmedizin bis zur palliativen Sedierung", sagte Hoppe.

Mit Blick auf die in der deutschen Ärzteschaft umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) geht der Kammerpräsident von einem Richtungswechsel aus. Er erwarte, dass sich der nächste Deutsche Ärztetag in Kiel für die Zulassung der PID in engen Grenzen aussprechen wird. Das 2002 auf dem Ärztetag in Rostock beschlossene Verbot werde keinen Bestand haben.

Hoppe wertete in der "Frankurter Rundschau" den Vorschlag als sinnvoll, die PID auf wenige spezialisierte Zentren zu begrenzen und immer eine Ethikkommission einzuschalten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Pflege-Eigenanteil deckeln!

16:41Viele Bürger beklagen, dass Pflegeheime teuer sind, berichtet die DAK in ihrem Pflegereport. Kassenchef Storm schlägt nun vor, den Eigenanteil zu beschränken. Das entflammt eine neue Debatte über die Pflege-Finanzierung. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »