Ärzte Zeitung, 28.11.2012

Kommentar zur Ökonomisierung

SAPV - aber ohne "Anbieter"

Von Ilse Schlingensiepen

Es steht außer Frage, dass die Leistungen von Ärzten und Pflegenden in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen angemessen bezahlt werden müssen. Das gilt für alle Bereiche der Versorgung.

Die Forderung ist um so berechtigter, wenn es darum geht, Patienten am Lebensende zu begleiten und ihnen ein würdiges und möglichst schmerzfreies Sterben zu ermöglichen.

Ist dieser Versorgungsbereich finanziell nicht ausreichend ausgestattet, zeugt das von mangelnder Wertschätzung - sowohl der Patienten als auch der Ärzte und Pflegenden. Ein ebenso falsches Signal kann die Ausgestaltung der Finanzierung sein.

Sie darf die Beteiligten nicht dazu motivieren, in die Mengenausweitung zu gehen. Bedenklich ist, dass in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung die Vergütung bereits "Anbieter" in diesen Versorgungssektor gezogen hat, die sich bislang überhaupt nicht darum gekümmert haben.

Von einem ökonomisch ausgerichteten Wettbewerb der Helfenden haben die Patienten in der Palliativversorgung nichts.

Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass die Humanität auf der Strecke bleibt, wenn das Ökonomische im Vordergrund steht. Hier bewegen sich die Verantwortlichen auf einem schmalen Grat.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Warnung vor dem Sog: "Palliativ-Patienten sind keine Kunden"

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Alzheimer nach frisch gebackenem Brot riecht

Erst lässt der Geruchssinn nach, dann treten Phantosmien auf – ein US-Neurologe berichtet über seine beginnende Demenz, und weshalb die frühe Diagnose für ihn wichtig war. mehr »

1,4 Millionen Krebstote für 2019 erwartet

In diesem Jahr könnten in der gesamten EU mehr Menschen an Krebs sterben als noch vor Jahren. Doch es gibt auch eine gute Entwicklung. mehr »

Alkoholverzicht ist gut gegen Vorhofflimmern

Eine kontrollierte Studie schafft Gewissheit: Menschen, die von Vorhofflimmern betroffen sind, können durch Alkoholabstinenz selbst etwas gegen ihre Herzrhythmusstörung tun. mehr »