Kommentar zur Ökonomisierung

SAPV - aber ohne "Anbieter"

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Es steht außer Frage, dass die Leistungen von Ärzten und Pflegenden in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen angemessen bezahlt werden müssen. Das gilt für alle Bereiche der Versorgung.

Die Forderung ist um so berechtigter, wenn es darum geht, Patienten am Lebensende zu begleiten und ihnen ein würdiges und möglichst schmerzfreies Sterben zu ermöglichen.

Ist dieser Versorgungsbereich finanziell nicht ausreichend ausgestattet, zeugt das von mangelnder Wertschätzung - sowohl der Patienten als auch der Ärzte und Pflegenden. Ein ebenso falsches Signal kann die Ausgestaltung der Finanzierung sein.

Sie darf die Beteiligten nicht dazu motivieren, in die Mengenausweitung zu gehen. Bedenklich ist, dass in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung die Vergütung bereits "Anbieter" in diesen Versorgungssektor gezogen hat, die sich bislang überhaupt nicht darum gekümmert haben.

Von einem ökonomisch ausgerichteten Wettbewerb der Helfenden haben die Patienten in der Palliativversorgung nichts.

Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass die Humanität auf der Strecke bleibt, wenn das Ökonomische im Vordergrund steht. Hier bewegen sich die Verantwortlichen auf einem schmalen Grat.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Warnung vor dem Sog: "Palliativ-Patienten sind keine Kunden"

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