Ärzte Zeitung online, 16.08.2017

Palliativleistungen im EBM

Weigeldt sieht Hausärzte klar benachteiligt

BERLIN. Harsche Kritik am Bewertungsausschuss hat der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt geübt. Die vom Ausschuss verabschiedeten Abrechnungsregelungen für die ab 1. Oktober geltenden neuen Palliativleistungen im EBM seien "eine systematische und intendierte Ausgrenzung der Hausärzte aus der palliativmedizinischen Versorgung", so Weigeldt in einem offenen Brief an den GKV-Spitzenverband und den Vorstand der KBV.

Der Beschluss sehe unter anderem vor, dass die Abrechnung einer Reihe von genuin hausärztlichen Leistungen im Bereich der Palliativmedizin zukünftig an eine spezielle Genehmigung der KVen gebunden sei.

Um sie zu erhalten, seien Hausärzte gezwungen, umfangreiche Zusatzqualifikationen nachzuweisen, die teilweise bereits in ihrer fünfjährigen Weiterbildung explizit enthalten sind.

"Anstatt die Hausärzte in ihren Kompetenzen zu stärken, werden immer mehr Leistungen aus der hausärztlichen Versorgung herausgelöst und zunehmend in verschiedene fachärztliche Bereiche überführt", kritisierte Weigeldt. Hausärztlichen Kompetenzen würden missachtet.

Dies schade der Qualität der Patientenversorgung und fördere die weitere Zersplitterung der ohnehin schon chaotischen Versorgungsstrukturen im kollektivvertraglichen Bereich. (fuh)

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