Ärzte Zeitung, 08.09.2011

Kommentar

Es geht um Respekt

Von Dirk Schnack

Die Erfahrungen eines Juristen bei der Bewilligung von SAPV durch die gesetzlichen Krankenkassen im Norden schrecken auf. Die vom ihm erfahrene Ablehnung berechtigter Ansprüche und der Umgang mit Antragstellern sind so schwerwiegend, dass die Kassen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können.

Fest steht, dass Krankenkassen, Leistungsanbieter und deren Verbände gesprächsbereit bleiben müssen, um unvermeidliche Schwachstellen in dieser noch jungen Versorgung aufzudecken und gemeinsam nach Verbesserungen zu suchen.

Die Krankenkassen haben die Erfahrung gemacht, dass auf Seiten der Verbände nicht immer Gesprächsbereitschaft herrscht. Gerade in der Startphase einer Versorgung ist es aber notwendig, dass beide Seiten die Kommunikation suchen, Lösungsvorschläge erarbeiten und nicht auf stur schalten.

Keine Entschuldigung gibt es für die zum Teil verletzenden Äußerungen von Kassenmitarbeitern gegenüber Antragsstellern, die sich wegen der schweren Erkrankung eines Angehörigen ohnehin in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden. Kassen-Mitarbeiter müssen so geschult werden, dass sie zum sensiblen Umgang mit Angehörigen in der Lage sind.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Skandalöser Umgang mit Angehörigen Sterbenskranker?

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