Ärzte Zeitung online, 11.04.2017

Parkinson

Patienten in der Stadt besser versorgt

NEU-ISENBURG. Wird eine Parkinsonerkrankung von einem Spezialisten diagnostiziert, hat das auf die weitere Behandlung erhebliche Auswirkungen. Das zeigt eine Auswertung von 1273 Fragebögen, die von Mitgliedern der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV) ausgefüllt wurden. Demnach leiteten in 71 Prozent der Fälle die Spezialisten unmittelbar nach Diagnosestellung auch die Therapie ein. Stellen Allgemeinärzte oder Internisten die Diagnose, geschieht das nur bei jedem zweiten Patient.

Zudem gibt es bei der Diagnosestellung große Unterschiede zwischen Gemeinden und Kleinstädten unter 20 000 Einwohnern sowie Mittel- und Großstädten. Auf dem Land wird die Erkrankung bei 11,1 Prozent der Patienten vom Hausarzt und 88,9 Prozent vom Facharzt erkannt, in den Städten dagegen liegt dieses Verhältnis bei 6,6 Prozent zu 93,4 Prozent. Werden die vorhergehenden Erkenntnisse berücksichtigt, werden Patienten in Mittel- und Großstädten leben, im Schnitt besser versorgt.

Da die Patienten mit zunehmender Erkrankungsdauer den Besuch in der Arztpraxis als sehr belastend empfinden, setzt die 2016 gegründete Parkinsoninitiative auf mehr telemedizinische Anwendungen. Der Initiative gehören unter anderem Neurologen aus Klinik und Praxis, Patientenverbände und Pharmaunternehmen an. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

TSVG-Dialog mit offenem Ende

Jens Spahn (CDU) und Vertreter der Ärzteschaft haben beim mit Spannung erwarteten Dialog in Berlin die Klingen gekreuzt. Am Ende blieben Perspektiven für Kompromisse. mehr »

Suizidgefahr – Warnhinweis für die Pille

Die Pille und andere hormonelle Verhütungsmethoden sind in Deutschland weit verbreitet. Auf mögliche Folgen für die Psyche sollen Anwenderinnen künftig verstärkt hingewiesen werden. mehr »

Impfmuffel gefährden globale Gesundheit

Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der WHO zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. mehr »