Ärzte Zeitung online, 20.08.2019

Gesundheitsversorgung vor Ort

Ostdeutsche sind weniger zufrieden

Bürger im Osten stellen ihrer Gesundheitsversorgung vor Ort ein schlechteres Zeugnis aus als dies Westdeutsche tun. Am zufriedensten sind die Bayern.

159a0503_8479477-A.jpg

Daumen hoch: Die bei der Umfragte befragten Bayern zeigten sich sehr zufrieden mit der Gesundheitsversorgung vor Ort. Die Brandenburger senkten den Daumen.

© Arcady / Fotolia

BERLIN. Die Gesundheitsversorgung am Wohnort wird von den Bürgern im Osten Deutschlands schlechter beurteilt als von Menschen der meisten westlichen Bundesländer. Das zeigt das Ergebnis der Gesundheitsmonitor-Umfrage des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH).

Während etwa in Bayern 66 Prozent der Bürger ihrer Gesundheitsversorgung am Wohnort die Schulnote sehr gut oder gut vergeben, würde das nur knapp jeder zweite Brandenburger (45 Prozent) so beurteilen. Ähnlich sieht es in Mecklenburg-Vorpommern (46 Prozent), in Sachsen-Anhalt (48 Prozent) und Sachsen (49 Prozent) aus (siehe nachfolgende Grafik).

Die Umfrage wurde von The Nielsen Company im Auftrag des BAH unter 2000 Bundesbürgern durchgeführt.

Je größer der Wohnort, desto höher die Zufriedenheit

Die Ergebnisse der Umfrage zeigten aber auch, so der BAH, dass ein Zusammenhang zwischen der Ortsgröße und der Bewertung der Gesundheitsversorgung vor Ort besteht: je größer der Wohnort, desto höher die Zufriedenheit mit der Versorgung.

In Dörfern und Städten mit bis zu 20.000 Einwohnern schätzten 51 Prozent der Befragten die Situation als gut oder sehr gut ein. In Städten mit einer Einwohnerzahl bis 200.000 Einwohnern seien es 59 Prozent, in Städten mit über 200.0000 Einwohnern 66 Prozent.

Dabei seien die ostdeutschen Bundesländer größtenteils ländlich geprägt – so gebe es dort nur sieben Städte, die mehr als 200.000 Einwohner hätten.

„Diese Ergebnisse sind ein Alarmsignal für Politik und Gesellschaft und bestätigen, was auch andere Befragungen und Statistiken schon ergeben haben: Die Gesundheitsversorgung ist vor allem in den ländlichen Regionen unterdurchschnittlich, und das betrifft insbesondere die ostdeutschen Bundesländer“, erklärt Dr. Hubertus Cranz, Hauptgeschäftsführer des BAH.

Abstimmung als gut befunden

Die Abstimmung zwischen Vor- und Nachbehandlern – also etwa Hausarzt und Facharzt oder Krankenhaus und Rehaklinik – beurteilen die Menschen im Osten dagegen recht positiv. Hierzu wurden Antworten von 1000 Betroffenen ausgewertet.

64 Prozent dieser Befragten in Sachsen fanden die Zusammenarbeit aller Beteiligten gut oder sehr gut. In Sachsen-Anhalt waren es 57 Prozent, in Thüringen 56 Prozent.

Der bundesweite Durchschnitt von Menschen, die diese Zusammenarbeit gut oder sehr gut beurteilen, beträgt 53 Prozent. (ato)

Wir haben den Artikel aktualisiert am 20.08.2109 um 15:45 Uhr.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Kein Grund für Alarmismus

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[21.08.2019, 08:44:44]
Norbert Meyer 
Berlin Position
Hier muss zwischen West u. Ostberlin getrennt gerechnet werden! zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf dem Weg zum Bluttest

Demenz-Diagnose ganz einfach per Biomarker: Serumtests auf Beta-Amyloid und Tau könnten in naher Zukunft recht genau anzeigen, wer gerade in eine Demenz abgleitet. mehr »

Herzschutz ist auch Schutz vor Demenz

Wer mit 50 Jahren nicht raucht, nicht dick ist, sich gesund ernährt, Sport treibt und normale Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte hat, der kann seine Hirnalterung um mehrere Jahre verzögern. mehr »

Das Oktoberfest im Gesundheits-Check

Laute Menschenmassen, Hendl und sehr, sehr viel Bier: Kann das noch gesund sein? Ein Blick auf das Oktoberfest aus Gesundheitssicht. mehr »