Ärzte Zeitung online, 21.06.2017
 

Telekonsil

Stell‘ Dir vor, es gibt eine neue Leistung im EBM, und keiner rechnet sie ab!

Die Einführung telemedizinischer Leistungen im EBM ist erklärtes Ziel des E-Health-Gesetzes. In der Folge wurden von KBV und GKV-Spitzenverband zum 1. April telekonsiliarische Befundbeurteilungen (EBM-Nummern 34800 ff.) und die Videosprechstunde (EBM-Nrn. 01439 und 01450) ausgehandelt und eingeführt.

Die Voraussetzungen, die für die Erbringung dieser Leistungen erfüllt werden müssen, scheinen recht hoch zu sein, zumindest für das teleradiologische Konsil: Nach Informationen der "Ärzte Zeitung" aus der KV Telematik gibt es auch fast drei Monate nach Inkrafttreten der neuen Leistungen im EBM-Kapitel 34.8 keinen einzigen zugelassenen Anbieter für das Telekonsil.

Das heißt: Die Leistungen stehen zwar im EBM, aber keiner kann sie erbringen, weil die technischen Anforderungen nicht erfüllbar sind. Dazu gehören die E-Signatur mittels Heilberufeausweis und eine End-to-End-Verschlüsselung der übertragenen Informationen.

Begründet wird das damit, dass der Aufwand, um die Anforderungen relativ hoch ist, das Telekonsil selbst aber nicht gerade ein Fall für die Massenanwendung sei. Eine echte Regelversorgung über telemedizinische Leistungen lässt also zumindest beim Telekonsil auf sich warten. (ger)

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