Ärzte Zeitung online, 08.09.2017
 

UV-GOÄ

18 Prozent mehr Honorar in der Unfallversicherung

Die Gebühren nach der UV-GOÄ werden in den kommenden vier Jahren um 18 Prozent steigen. Die Einigung kommt der KBV im Zuge der Verhandlungen über das Kassenhonorar durchaus gelegen.

18 Prozent mehr Honorar in der Unfallversicherung

Generell ist jeder Vertragsarzt verpflichtet, Verletzte nach einem Arbeits- oder Wegeunfall zu behandeln. Durchgangsärzte koordinieren dann die weitere Behandlung.

© Reinhold Stansich /stock.adobe.com

BERLIN. Ärzte, die Leistungen der Unfallversicherung erbringen, erhalten ab 1. Oktober eine Honorarerhöhung um acht Prozent. Über die kommenden vier Jahre gibt es insgesamt 18 Prozent mehr. Die neuen Honorarsätze sind von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit den Trägern der Unfallversicherung ausgehandelt worden.

Die Unfallversicherungsträger sind bekanntlich zuständig für die rund eine Million Arbeits-, Wege- und Schulunfälle, die jährlich in Deutschland passieren. Generell ist jeder Vertragsarzt verpflichtet, Verletzte nach einem Arbeits- oder Wegeunfall zu behandeln. Durchgangsärzte (D-Ärzte) koordinieren dann die weitere Behandlung und übernehmen die besondere unfallmedizinische Heilbehandlung. Die Abrechnung erfolgt direkt mit der Unfallversicherung, die KV wird nicht eingeschaltet. Dabei rechnen die Ärzte zu festen Preisen und ohne Mengenbegrenzung, über ein eigenes Leistungs- und Gebührenverzeichnis, die UV-GOÄ ab.

Die nun ausgehandelte und von der Gebührenkommission kürzlich beschlossene deutliche Anpassung komme allen Ärzten zugute, die für die Unfallversicherung tätig sind, heißt es in einer Mitteilung der KBV. Zunächst würden die Gebührensätze ab 1. Oktober um acht Prozent erhöht. Danach folgten drei Stufen mit einer Erhöhung von je drei Prozent, jeweils zum 1. Oktober 2018, 2019 und 2020. Insgesamt ergebe sich so eine Steigerung von insgesamt 18 Prozent.

Zusätzlich werden nach laut KBV zum 1. Oktober für Anästhesieleistungen neue Leistungslegenden eingeführt. Auch damit seien deutlich höhere Gebühren verbunden.

Vorbild für Kassenergebnis?

"Es ist gelungen, eine kontinuierliche Steigerung der Vergütung auszuhandeln", äußerte sich KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen laut Mitteilung zufrieden. Dies garantiere den Ärzten eine größere Planungssicherheit. Mit Blick auf die derzeit laufenden Honorarverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband sagte Gassen: "Wir erwarten, dass auch die gesetzlichen Krankenkassen den steigenden Leistungsbedarf in der ambulanten Versorgung anerkennen und die nötigen Finanzmittel bereitstellen."

Einige Gebühren sind laut KBV von der linearen Erhöhung ausgenommen – insbesondere jene, die in den vergangenen Jahren bereits deutlich erhöht wurden. Dabei geht es unter anderem um Gutachtergebühren, Schreibgebühren, Gebühren für die Hautkrebsbehandlung, Zuschläge für das ambulante Operieren und für ambulante OP-Leistungen.

Umsetzung in Praxis-EDV prüfen!

Die UV-GOÄ ist in der Regel auch im Praxisverwaltungssystem hinterlegt, dort sollten dann auch die Änderungen im Rahmen der Softwarepflege berücksichtigt werden. Ärzte sollten ihr Quartalsupdate daher überprüfen, ob die Honorarsteigerung bereits berücksichtigt ist. Denn: Für den Fall, dass eine Praxis zum 1. Oktober noch nicht über die entsprechend angepasste Praxissoftware verfügt, sollten erbrachte Leistungen erst dann abgerechnet werden, wenn diese nach den neuen Gebühren dargestellt werden können, empfiehlt die KBV. Dann können sich die Ärzte spätere Nachberechnungen sparen. (ger)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »

Jamaika – Paritätische Finanzierung ist vom Tisch

Ein neues Sondierungspapier zeigt: Die potenziellen Jamaika-Partner suchen nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner in der Gesundheitspolitik. mehr »