Kritik an Finanzierung der Sachkosten

Chirurgen sehen Hybrid-DRG als Bremser für Ambulantisierung

Handwerkliche Fehler, nicht genug Expertise: Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie kritisiert die Hybrid-DRG-Verordnung. Er sieht die Gefahr, dass ganze Versorgungsbereiche wegfallen.

Veröffentlicht:
Dr. Jörg-A. Rüggeberg vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen kritisiert die gegenwärtigen Regeln für die Hybrid-DRG.

Dr. Jörg-A. Rüggeberg vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen kritisiert die gegenwärtigen Regeln für die Hybrid-DRG.

© ©BDC

Leipzig. Vor einem Scheitern der Ambulantisierung warnte der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) anlässlich des derzeit stattfindenden Deutschen Chirurgie Kongresses in Leipzig. Die gegenwärtigen Hybrid-DRG könnten dazu führen, dass ganze Versorgungsbereiche wegfallen, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung.

Der BDC bemängelte „gravierende handwerkliche Defizite des Gesetzgebers und eine offenbar nicht ausreichende fachliche Expertise“ beim Entwurf der Verordnung für die sektorgleiche Vergütung. Der Nutzen für die niedergelassenen Vertragsärzte sei fraglich.

Problem Sachkosten

Der Verband verweist etwa auf die Finanzierung der Sachkosten, beispielsweise für Implantate, die derzeit über die Hybrid-DRG mit abgedeckt werden. „Diese Sachkosten sind im niedergelassenen Sektor, insbesondere in der Chirurgie, um ein Mehrfaches höher als in den Kliniken und verzehren im Einzelfall mehr als die Hälfte des Honorars. Wenn hier keine sinnvolle Lösung gefunden wird, werden solche Leistungen zukünftig nicht mehr angeboten werden“, prognostizierte Dr. Jörg-A. Rüggeberg, Vizepräsident des BDC.

Weil aber außer den Hybrid-DRG keine andere Abrechnungsmöglichkeiten bestünden, werde möglicherweise ein ganzer Versorgungsbereich wegfallen. Rüggeberg kritisierte zudem, dass Abrechnungsregelungen nicht rechtzeitig erlassen wurden. „Die Krankenkassen sehen sich angeblich nicht in der Lage, die EDV-technischen Voraussetzungen vor dem 1. Januar 2025 einzurichten. Für Praxen und MVZ würde das bedeuten, dass das Geld erst bis zu einem Jahr nach der Leistungserbringung fließen würde.“

Ein solcher Aufschub könne für manche Praxen einen massiven Liquiditätsverlust mit existenzbedrohenden Folgen bedeuten. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Landessozialgericht Potsdam

Erfundene GOÄ-Ziffer ist nicht berechnungsfähig

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Roboter-assistiertes Operieren: von Pionieren lernen

© 2024 Intuitive Surgical Operations Inc.

Operationstechnik

Roboter-assistiertes Operieren: von Pionieren lernen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Intuitive Surgical Deutschland GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?