Ärzte Zeitung online, 24.11.2017
 

Endlich unter Dach und Fach

Neue EBM-Ziffern Bauchaortenaneurysma

Ab Januar kommenden Jahres können Hausärzte einmalig die Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas bei älteren Männern erbringen.

BERLIN. Das hat gedauert: Vor einem Jahr hatte der GBA beschlossen, das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen in den GKV-Leistungskatalog aufzunehmen, einmalig bei Männern ab 65. Jetzt hat der Bewertungsausschuss zwei EBM-Positionen für die neue Präventionsleistung beschlossen. Damit kann das Screening ab 1. Januar 2018 starten, teilte die KBV nun mit. Die neuen Gebührenordnungspositionen:

» GOP 01747 für die Aufklärung des Patienten über das Screening sowie die Ausgabe der Versicherteninformation (57 Punkte).

» GOP 01748 für die sonografische Untersuchung der Bauchaorta (148 Punkte).

Beide Positionen werden extrabudgetär vergütet, heißt es. Besonderheit: Da bei einer Früherkennung nach Bedarf weitere Organe des Abdomens sonografisch zu untersuchen sind, kann die neue GOP 01748 neben der bereits bestehenden GOP 33042 ("Abdominelle Sonografie") angesetzt werden. Allerdings nur in halber Höhe (80 statt 157 Punkte), "da sich die Leistungsinhalte überschneiden", schreibt die KBV.

Erbringen dürfen das Screening Hausärzte, Urologen, Internisten, Chirurgen und Radiologen. Noch eine Besonderheit: Ärzte dieser Fachgruppen, die keine KV-Genehmigung zur Ultraschalldiagnostik haben, können zumindest die Aufklärungsziffer 01747 abrechnen, beispielsweise neben der Gesundheitsuntersuchung nach GOP 01732 ("Check-up 35"). (cw)

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