Direkt zum Inhaltsbereich

Hepatitis-C-Skandal

Arztpraxis bringt Ermittlungen ins Rollen

Ein Anästhesist steht im Verdacht, mehrere Patienten einer bayerischen Klinik mit Hepatitis C infiziert zu haben.

Veröffentlicht:

DONAUWÖRTH. Patienten der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth könnten sich bei Operationen mit Hepatitis C infiziert haben, wie aus einer Mitteilung des zuständigen Landratsamtes hervorgeht. Die Staatsanwaltschaft in Augsburg ermittelt.

"Eine Praxis verständigte die Donau-Ries-Klinik Donauwörth, nachdem drei dort operierte Patienten mit Hepatitis C infiziert waren. Vom Krankenhaus ging die Information an das Gesundheitsamt", sagte Dr. Raffaella Hesse vom Landratsamt Donau-Ries der "Ärzte Zeitung".

Das habe sich daraufhin den vermuteten Zusammenhang zwischen Operation und Infektion genauer angesehen. "Wir haben mehrere Möglichkeiten geprüft", so Hesse.

Hinweise hätten sich zu Lasten eines früheren Anästhesisten verdichtet. Gegen diesen werde nun ermittelt. Derzeit ist die Rede von fünf betroffenen Patienten. Nun soll geklärt werden, ob deren Erkrankung tatsächlich etwas mit dem betreffenden Arzt zu tun hat.

Arzt an Hepatitis C erkrankt

Klar ist bisher nur, dass dieser Krankenhausarzt offenbar selbst an Hepatitis C erkrankt war, die Erkrankung inzwischen aber auskuriert habe. Seit Mai 2018 sei er nicht mehr an der Klinik tätig.

Das Gesundheitsamt Donau-Ries möchte nun alle 700 Patienten anschreiben, die der Arzt von November 2016 bis April 2018 behandelt hat. Es solle diagnostisch geklärt werden, ob es eventuell noch weitere Infektionen gibt. Die Klinik war kurzfristig nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

"Grundsätzlich herrschen an den Kliniken extrem hohe Hygienevorschriften", betonte ein Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft. Komplett ausschließen könne man Infektionsfälle dennoch nie.

Seit den 1970er Jahren wurden immer wieder vereinzelt Ansteckungen mit Hepatitis B oder C bekannt – insbesondere durch Chirurgen. Die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten und das Robert-Koch-Institut haben ein Vorgehen empfohlen, um dieses Risiko zu minimieren.

Die Kliniken sollen dabei Infektiosität, Viruslast des Arztes, Operationsart und Verletzungswahrscheinlichkeit berücksichtigen. Im konkreten Fall in Donauwörth sei unklar, ob oder ab wann der Arzt und die Klinik von der Infektion wussten. (cmb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ideen für den ärztlichen Ruhestand

Praxisabgabe – und dann?

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag.

© Roche Diagnostics

Hepatitis-Screening: noch zu wenig bekannt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
„Forschung ist Teil unserer DNA“ – Onkologische Erkrankungen und Virusinfektionen im Fokus

© Edward Carreon

Unternehmensporträt

„Forschung ist Teil unserer DNA“ – Onkologische Erkrankungen und Virusinfektionen im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck

US-Datenbank-Analyse

Hochdosierter Influenza-Impfstoff könnte Demenz vorbeugen

Erfolgreiche Überbrückung bis zur Transplantation

Schwer an ARDS Erkrankter überlebt Entfernung beider Lungenflügel

Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt