Ärzte Zeitung online, 07.06.2017
 

Gesundheitsberufe

Azubis zufrieden

Angehende MFA, Altenpfleger oder auch Krankenschwestern bereuen ihre Ausbildungswahl meist nicht. Kompromisse müssen viele aber bei der Lebensgestaltung eingehen.

Von Matthias Wallenfels

Azubis zufrieden

Ein Job, der Zufriedenheit schafft? Azubis in Gesundheitsberufen sind laut azubi.report meistens zufrieden.

© seen/Fotolia

BOCHUM/BERLIN. Die Auszubildenden in den Gesundheitsfachberufen sind mit ihrer Berufswahl überwiegend zufrieden. Das geht aus dem azubi.report 2017 hervor, für den das Onlineportal Ausbildung.de insgesamt 1840 Azubis im Alter von 16 bis 25 Jahre zu ihrer derzeitigen Ausbildungssituation in Deutschland befragt hat.

Bei zwölf Prozent der Befragten handelte es sich laut Portalbetreiber um angehende Medizinische Fachangestellte (MFA), Krankenschwestern, Altenpfleger, aber auch zum Beispiel Diätassistenten.

Mehr als 70 Prozent können sich nach eigener Aussage vorstellen, auch in fünf bis zehn Jahren noch in ihrem Ausbildungsberuf zu arbeiten. Die Azubis haben die richtigen Prioritäten gesetzt, denn die Wahl des Berufs fällten 88,6 Prozent aufgrund ihrer persönlichen Interessen.

Auffallend ist hier, das mit 17,9 Prozent an zweiter Stelle Freunde und Bekannte stehen, die denselben Beruf ausüben.

Jobsuche über Freunde beliebt

Dass sich die Azubis aus dieser Branche auf die Erfahrungen und Ratschlägen von Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten verlassen, scheint die richtige Strategie zu sein. 41 Prozent haben ihren Ausbildungsplatz über ebendiese Kontakte gefunden.

Damit ist diese Möglichkeit der Ausbildungsplatzsuche fast ebenso beliebt wie der Spitzenreiter Internet. Über Onlineportale oder die Karriereseiten der Betriebe haben 44 Prozent ihren Ausbildungsplatz gefunden.

Zwar empfinden 41 Prozent der Gesundheits-Azubis ihr Gehalt als angemessen und 17 Prozent als teilweise angemessen. Dass das Gehalt aber nicht den einzigen Anreiz darstellen kann, eine Ausbildung im Bereich Gesundheit und Pflege zu beginnen, wird nach Deutung des Portalbetreibers bei der Frage nach dem Lebensunterhalt deutlich.

Fast jeder Fünfte hat Nebenjob

Nur 37 Prozent dieser Azubis können von ihrem Ausbildungsgehalt leben – 17 Prozent haben noch einen Nebenjob. Wichtigste Stütze sind aber – wie in allen Branchen – die Eltern. 43 Prozent der Azubis dieser Branche bekommen finanzielle Hilfe ihrer Eltern.

Mit 48 Prozent empfindet fast jeder zweite angehende Gesundheitsarbeiter, dass seine Ausbildung einen geregelten Arbeitsalltag zulässt – 35 Prozent verneinen die Frage. 41 Prozent finden, dass ihnen die Ausbildung nicht genügend Zeit für Freizeit lasse.

75 Prozent bezeichnen ihre Aufgaben als anspruchsvoll, 18 Prozent zumindest als teilweise anspruchsvoll – sieben Prozent können der Aussage nicht zustimmen.

Praxischefs dürften weiter mit einem Ansturm auf ihre Ausbildungsplätze zur MFA rechnen. Denn laut Berufsbildungsbericht 2017 rangieren die angehenden MFA auf Rang sechs aller dualen Ausbildungen.

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