Ärzte Zeitung online, 27.07.2015

Unfallversicherung meldet

Arbeiten wird immer sicherer

Einen Rückgang auf 22,3 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1000 Vollarbeiter hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung für 2014 verzeichnet. Das schlägt sich positiv auf die Beitragsentwicklung für Unternehmen nieder.

Von Matthias Wallenfels

Arbeiten wird immer sicherer

Arbeitsunfälle gibt es in Deutschland immer seltener.

© Halfpoint / fotolia.com

BERLIN. Das Arbeiten in Deutschland wird immer sicherer. So sank das Unfallrisiko am Arbeitsplatz im vergangenen Jahr noch einmal um ein Prozent auf rund 22,3 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1000 Vollarbeiter. 1986 habe der Wert noch bei 52,33 gelegen.

 Insgesamt betrug die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle 1.044.057, rund 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Montag in Berlin mitteilte.

Der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften sei 2014 mit 1,22 Prozent auf ein Allzeit-Tief gesunken. "Stabile Beiträge sind die Dividende für die Erfolge im Arbeitsschutz und in der Rehabilitation", erklärt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer.

Wie die DGUV weiter betont, hätten Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft noch nie einen so geringen Anteil der Lohnsumme für die Versicherung ihrer Beschäftigten gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zahlen müssen.

Grund hierfür sei neben der nach wie vor hohen Beschäftigung auch die anhaltend rückläufige Entwicklung der Unfallzahlen gewesen.

Steigende Zahl der Berufskranken

Kaum verändert habe sich dagegen die Zahl der Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit. Sie habe im vergangenen Jahr bei 71.685 (Vorjahr: 71.579) gelegen. In 36.754 Fällen habe sich der Verdacht bestätigt - das sind laut DGUV 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

In der Mehrzahl habe es sich hierbei um berufsbedingte Erkrankungen der Haut gehandelt. 2457 Menschen seien an den Folgen einer Berufskrankheit gestorben. Hauptursache seien - wie auch in den Vorjahren - asbestbedingte Erkrankungen gewesen.

Wie aus dem im Frühjahr veröffentlichten nationalen Asbest-Profil der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin für Deutschland hervorgeht, sterben trotz eines umfassenden Verbots im Jahr 1993 jährlich etwa 1500 Menschen an den Folgen von Asbest.

In der Vergangenheit seien demnach bis zu 2,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland asbestgefährdet gewesen, weil sie asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt gewesen seien.

Insgesamt hätten sich die Ausgaben von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen im vergangenen Jahr auf rund 14 Milliarden Euro belaufen, wovon rund 12 Milliarden Euro auf die Arbeitgeber umgelegt worden seien.

Die öffentliche Hand habe insgesamt 1,4 Milliarden Euro für die Versicherung der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst sowie die Schüler-Unfallversicherung aufbringen müssen.

Die Arbeitgeber in der freien Wirtschaft hätten 2014 Beiträge in einer Gesamthöhe von 10,7 Milliarden Euro für die Versicherung ihrer Beschäftigten bei den Berufsgenossenschaften gezahlt.

Kostenschub bei Prävention und Reha

Zwar hätten sich die Rentenverpflichtungen 2014 kaum noch erhöht, gestiegen seien aber die Aufwendungen für Prävention, Heilbehandlung und Rehabilitation, also Investitionen, die sich günstig auf die langfristige Entwicklung der Aufwendungen für Renten auswirkten.

Dies sei ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit in der Sozialversicherung, da Rentenverpflichtungen in einem umlagefinanzierten System zu einem Großteil von zukünftigen Beitragszahlern zu schultern seien, wie die DGUV betont.

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