Ärzte Zeitung online, 16.09.2016

Telekonsil Röntgen und CT

Technische Anforderungen stehen

BERLIN. Die Selbstverwaltung kommt voran in Sachen E-Health: KBV und GKV-Spitzenverband haben sich jetzt auf die technischen Anforderungen zur konsiliarischen Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen per elektronischer Datenübertragung verständigt.

Wie die KBV mitteilt, wird unter anderem gefordert, dass die Bild-Nachricht über sämtliche Übertagungsstationen hinweg verschlüsselt wird ("end-to-end") und dass neben den Bildern auch Informationen zur Anamnese sowie die elektronische Beauftragung der Zweitmeinung übertragen werden können. Diese Beauftragung ist mittels elektronischem Heilberufsausweis (eHBA) zu signieren.

Außerdem müssen Sender und Empfänger eindeutig zu identifizieren sein und die Bilder auch nach einer Übertragung noch den geforderten Qualitätsstandards genügen.

BMG am Zug

Bis die Telematikinfrastruktur steht, dürften "übergangsweise zertifizierte Kommunikationsdienste als Übertragungsweg für die Bilddateien genutzt werden", heißt es. Die Vereinbarung kann erst in Kraft treten, wenn das Bundesgesundheitsministerium sie abgesegnet hat.

"Durch eine digitale Übertragung der Aufnahmen in diagnostischer Qualität lassen sich Zeit und Kosten sparen. Das nutzt Patienten und Ärzten gleichermaßen", kommentierte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. "Mit der Vereinbarung haben wir bei der Einführung dieser neuen telemedizinischen Leistung jetzt ein wichtiges Ziel erreicht."

Als nächstes wollen KBV und GKV-Spitzenverband bis Ende September auch die technischen Anforderungen an Videosprechstunden festlegen. Bis Jahresende soll dann der Bewertungsausschuss eine EBM-Honorierung für Telekonsile beschließen und bis Ende März kommenden Jahres eine EBM-Vergütung für Videosprechstunden. (cw)

[16.09.2016, 18:43:21]
Karlheinz Bayer 
IT Lösungen außerhalb der Telematik - bravo!

Offensichtlich beginnen der GKV-Spitzenverband und die KBV jetzt selbst zu der Erkenntnis zu gelangen, daß es bereits hervorragende Telemedizin-Systeme gibt, und daß außerhalb und ohne die Telematik-Struktur der Gematik. Im übrigen entspricht das der E-Health-Forderung, systemunabhängig sein zu wollen.
Die Forderungen nach a) Verschlüsselung b) Integrität der verschickten Daten und c) sichere Zuordnung zum Absender sind nicht Teil des E-Health-Gesetzes, sondern international geübte IT-Praxis.
Im Grund haben GKV und KBV etwas beschlossen, was bereits Standard ist. Umso besser, daß man nicht hinter den Standard zurückfallen braucht, um zu kommunizieren.
Dr. Karlheinz Bayer
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Bluttest erkennt acht Krebsformen gleichzeitig

Ein universeller Bluttest auf Krebs zur Früherkennung: Dieser Vision sind US-Forscher jetzt einen Schritt nähergekommen. mehr »