Ärzte Zeitung online, 14.06.2018

Digitalisierung

vdek-Vertreter verabschieden E-Positionspapier

Auch die Ersatzkassen wollen die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranbringen.

BERLIN. Kein Verband im Gesundheitswesen mehr, der nicht auf Digitalisierung schwören würde: Nun hat auch die Mitgliederversammlung des Ersatzkassenverbands vdek, in dem unter anderem die Ersatzkassen TK, Barmer GEK, DAK Gesundheit und KKH zusammengeschlossen sind, ein Positionspapier mit fünf zentralen Forderungen zur Umsetzung der Digitalisierung verabschiedet, die in einer Pressemitteilung veröffentlicht worden sind:

  • Telematikinfrastruktur als Grundpfeiler: Die Ersatzkassen unterstützen die zügige Einführung der nutzbringenden Anwendungen der Gesundheitskarte (eGK), wie die E-Patientenakte bzw. das elektronische Patientenfach, den Notfalldatensatz und den E-Medikationsplan. In Zukunft sollen Versicherte auch über Mobilgeräte Anwendungen nutzen können.
  • Digitale Gesundheitsanwendungen (Apps) sicher nutzen: Um Transparenz für Apps zu schaffen, die als Medizinprodukte einzustufen sind, soll eine frei zugängliche Datenbank geschaffen werden. Ihre Nutzung soll freiwillig bleiben.
  • Telemedizin stärken: Die Ersatzkassen setzen sich dafür ein, dass digitale Versorgungsangebote mit nachgewiesenem Nutzen zu einem festen Bestandteil der Leistungen der GKV werden. An telemedizinischen Anwendungen seien jedoch die gleichen Anforderungen zu stellen wie bei der Einführung anderer Leistungen in die Regelversorgung. Dringend nötig sei der Breitbandausbau für stabile Internetverbindungen, etwa für Videosprechstunden.
  • Datenverfügbarkeit erleichtern: Die vdek-Vertreter fordern, ihnen vorliegende Routinedaten, etwa von Verordnungen und ärztlichen Leistungen – unter Wahrung der persönlichen Rechte des Versicherten –, leichter zusammenführen zu dürfen.
  • Verwaltungsmodernisierung: Nicht zuletzt wollen die Kassen den Service mithilfe der Digitalisierung verbessern. Dafür müssten auch gesetzliche Regelungen angepasst werden, etwa zur rechtssicheren Authentifizierung der Versicherten.
  • "Digitalisierung bietet die Chance, zu einer besseren Gesundheitsversorgung beizutragen und die Lebensqualität vieler Patientinnen und Patienten zu verbessern", betonte Uwe Klemens, Verbandsvorsitzender des vdek. (ger)

    Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Überschrift

    Text

    Die Newsletter der Ärzte Zeitung

    Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

    Der Albtraum vom Nicht-Schlafen

    Schlaflosigkeit lässt sich kaum nachweisen. Forscher zeigen: Schlaflose Nächte finden oft nur im Traum statt. Das macht sie nicht weniger belastend, ermöglicht aber neue Therapien. mehr »

    Das Kassenpolster wächst und wächst

    Die Kassen der Krankenkassen füllen sich weiter: Im ersten Quartal 2018 steht ein Überschuss von über 400 Millionen Euro zu Buche. Zudem fällt das Jahresergebnis für 2017 viel besser aus als gedacht. mehr »

    Vergessen Sie keine Labor-Kennnummer!

    Mit der Laborreform haben sich Änderungen bei den Ausnahmekennnummern ergeben. Um nicht den Wirtschaftlichkeitsbonus zu gefährden, sollten Sie die neuen Regeln kennen - und insbesondere auf drei Punkte achten. mehr »