Ärzte Zeitung, 12.09.2008
 

Rezept auf Papier bevorzugt

In E-Card-Testregionen finden elektronisch ausgestellte Rezepte wenig Akzeptanz

KIEL (di). Elektronisch ausgestellte Rezepte bereiten den Verantwortlichen in den Testregionen für die E-Card noch immer Kopfzerbrechen. Die Patienten lösen die Rezepte in aller Regel weiterhin in Papierform in der Apotheke ein.

Von "erheblichen Streuverlusten" berichtete etwa Jan Meincke aus der Testregion Flensburg auf der jüngsten ehealth Conference in Kiel. Nach seinen Angaben wurden in der Flensburger Testregion seit Jahresbeginn 269 Rezepte elektronisch ausgestellt. Von ihnen wurden aber nur 105 nicht in Papierform eingelöst.

Von ähnlichen Erfahrungen berichteten Teilnehmer aus anderen Testregionen. In Bayern wurden nur 67 von 286 elektronischen Verordnungen auch elektronisch eingelöst, in Rheinland-Pfalz 188 von 791 elektronischen Verordnungen. Ein Grund dafür sehen die Verantwortlichen in der Zahl der teilnehmenden Apotheken.

Viele Patienten mit einer elektronischen Verordnung gehen nicht zwangsläufig in eine Apotheke, die am Test teilnimmt und sind damit auf das Papierrezept angewiesen.Ein weiterer Grund: Die Patienten haben sich noch nicht vom gewohnten Papierrezept gelöst. Dies könnte auch mit der Altersstruktur der Patienten zusammenhängen. Neueste Zahlen aus Flensburg zeigen, dass 48 Prozent der Patienten, deren E-Card in den Praxen eingelesen wurde, älter als 65 Jahre sind.

Doch auch unter Ärzten ist das elektronische Rezept umstritten. In der Testregion Löbau-Zittau schreiben nur zwölf der 25 teilnehmenden Ärzte elektronische Rezepte. In der bayerischen Testregion ist nur jedes zehnte Rezept elektronisch ausgestellt. Eine bessere Resonanz versprechen sich die Testregionen von der für Ärzte Zeit sparenden Stapelsignatur, bei der sich der Arzt nur einmal täglich für das Ausstellen elektronischer Rezepte anmelden muss.

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