Ärzte Zeitung, 02.05.2012

Hausnotruf ohne Sensoren am Körper

HAMBURG (ger). Die Deutsche Telekom stellt auf dem 10. Deutschen Seniorentag in Hamburg ein neues Hausnotruf-System vor, das ohne Sensoren am Körper arbeitet.

Es soll voraussichtlich 2013 auf den Markt kommen. Das Angebot werde sich vor allem an allein lebende Senioren richten, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Für den Notruf werden in der Wohnung Sensoren installiert, die mit einer intelligenten Software im Hintergrund verbunden sind.

Diese könne unterscheiden, ob sich jemand etwa nur nach einem Gegenstand bückt oder ob jemand stürzt und Hilfe benötigt. Erkennt die Software nach einem Sturz eine tatsächliche Notlage, benachrichtigt sie automatisch eine rund um die Uhr besetzte Notrufleitstelle.

Über eine Freisprecheinrichtung nimmt die Leistelle Kontakt mit dem Hilfebedürftigen auf. Zusätzlich können die Helfer über ein grafisch verfremdetes Bild einen Eindruck gewinnen, wie die Situation vor Ort ist.

Technologie im Hintergrund

"2020 werden knapp 20 Prozent der Deutschen älter als 70 sein. Jeder möchte möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben. Mit intelligent vernetzter Technik wollen wir ältere Menschen dabei unterstützen", sagte Dr. Axel Wehmeier, Leiter des Konzerngeschäftsfeldes Gesundheit Deutsche Telekom.

Die Telekom setze dabei bewusst auf eine Technologie, die automatisch im Hintergrund arbeitet. Sensoren am Körper lehnten viele Ältere ab, so die Deutsche Telekom. Sie fühlten sich hierdurch stigmatisiert.

Trotzdem wünschten sie sich mehr Sicherheit durch ein System, das ihre Notlage erkennt und schnell für Hilfe sorgt. Dies habe die Telekom zusammen mit der Stiftung Liebenau im Rahmen eines E-Health@Home-Förderprojektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im vergangenen Jahr herausgefunden.

Gesundheit gehört zu den neuen strategischen Wachstumsfeldern der Deutschen Telekom. Gemeinsam mit den Bereichen Energie, Auto und Medien will der Konzern im Rahmen seiner Intelligente-Netze-Strategie bis 2015 eine Milliarde zusätzlichen Umsatz erzielen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »