Ärzte Zeitung online, 08.02.2017
 

Videosprechstunde

Internetärzte fordern höhere Vergütung

Die Videosprechstunde auf Kasse wird zum Rohrkrepierer, warnt der Bundesverband Internetmedizin. Der Bewertungsausschuss solle nachbessern.

NEU-ISENBURG. Die Videosprechstunde soll ab 1. Juli Kassenleistung werden – bewertet mit 137 Punkten, was zu einem Erlös von 14,43 Euro führen würde (wir berichteten). Das sieht zumindest der Beschlussentwurf des Bewertungsausschusses vor, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt. Gleichzeitig soll ein Punktwertvolumen je Arztpraxis von 2393 Punkten im Quartal gebildet werden.

Nach Ansicht des Bundesverbands Internetmedizin steht die Bewertung der Online-Videosprechstunde, die gegenüber der telefonischen Beratung lediglich um den Faktor 1,6 höher liegt, somit "in keiner sinnvollen Relation zu der ärztlichen Leistung, die im Rahmen einer Videosprechstunde erbracht wird". Heutige und künftige Möglichkeiten der Medizintechnik würden dazu führen, dass Untersuchungen, wie die Messung der Herz- und Lungenfunktion online unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt und befundet werden könnten, so die Internetärzte. Bislang seien derartige Prozeduren nur in der konventionellen Sprechstunde möglich gewesen. "In der jetzt angedachten Bewertung der Online-Videosprechstunde lässt sich nicht ablesen, dass diese hinreichende Entwicklung berücksichtigt wird", mahnt der Verband Nachbesserungen an.

Die Vergütung müsse sich am konventionellen Arztbesuch orientieren, so das Plädoyer. Und: Der Verband "fordert Anreize, statt Indikationsstellungen für Online-Sprechstunden mit Restriktionen zu belegen." Allein der ärztlichen Einschätzung in Abstimmung mit den Patienten sollte es obliegen, Online-Videosprechstunden einzusetzen, lautet eine weitere Forderung.(maw)

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