Ärzte Zeitung, 08.08.2016

Anlagen-Kolumne

Innovationen sind Impulse für Anleger

Von Hanno Kühn

Orthopädie: Branche im Umbruch

Neue Therapietrends sorgen für eine Flut von Neuzulassungen - ganz im Sinne der Patienten. Allein 2015 wurden in den USA 57 neue Medikamente zugelassen, mehr als doppelt so viele wie 2005.

Damit haben die Pharmakonzerne eine gute Basis für kommende Geschäftsjahre geschaffen: Ihre Umsätze werden wegen des innovativen Charakters der Neuentwicklungen, ihrer besseren Wirksamkeit und der steigenden Lebenserwartung weiter wachsen. Das sind auch gute Nachrichten für Anleger, die Pharmaaktien im Depot haben oder zukaufen wollen.

Gerade die Immunonkologie bietet reichlich Stoff für Erfolgsgeschichten. Das betrifft sowohl monoklonale Antikörper, die die Signalwege zwischen Tumor und T-Zellen unterbrechen, als auch die Aktivierung des Immunsystems durch einen persönlichen Impfstoff - mit dem Ziel, gegen krebsspezifische Antigene vorzugehen.

Weiter auf dem Vormarsch sind auch die Entwickler von Orphan Drugs. Für die etwa 6000 bis 8000 seltenen, meist genetisch bedingten Erkrankungen existieren erst knapp 100 zugelassene Wirkstoffe. Entsprechend groß ist der Druck, neue zu entwickeln.

Aufbruchsstimmung herrscht ebenfalls in der Diagnostik. Im Fokus steht die Entwicklung neuer Bluttests für die Krebsforschung. Hier dürfte sich die flüssige Biopsie ("Liquid Biopsy") schnell etablieren, mit deren Hilfe Krebszellen oder sogar Tumor-DNA aus dem Blut herausgefiltert und analysiert sowie Therapien auf Resistenzen gegen Krebs geprüft werden.

Innovationspotenzial birgt nicht zuletzt der Einzug der Digitalisierung ins Gesundheitswesen. Das gilt für Pharmaforschung, aber auch zum Beispiel für die Möglichkeiten, Krankheitsdaten auszuwerten oder vorherzusagen, wie sich eine medikamentöse Behandlung auf die Lebensqualität auswirkt.

Diese Trends werden zunehmend auch die Investoren beschäftigen, denn sie bieten jede Menge Gründe für Kursphantasien.

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