Ärzte Zeitung, 15.03.2010

Allianz macht sich hübsch für Ärzte

Die Allianz Private Krankenversicherung baut ihr Geschäft um - der Münchner Versicherer will so wieder verstärkt Ärzte als Kunden gewinnen.

Von Herbert Fromme

MÜNCHEN. Die Allianz will mit einer speziellen Vertriebsorganisation Ärzte und andere Angehörige der Heilberufe besser erreichen. "Wir sind nach wie vor ein großer Ärzteversicherer, aber Organisationen wie MLP verkaufen mehr neue Verträge als wir", sagte Dr. Gerhard Rupprecht, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland.

Zu ihr gehört die Münchener Allianz Private Krankenversicherung (APKV). In den neuen Vertrieb wechselt ein Teil der APKV-Vertreter, die bereits im Heilberufebereich tätig sind. Dazu kommen neue Mitarbeiter. Mehr als 200 Vertreter sollen sich künftig speziell um die Berufsgruppe der Ärzte kümmern.

Allianz-Manager räumten Probleme in ihrem Verhältnis zur Kundengruppe Arzt ein. Ein Grund: Das Unternehmen hat eine relativ rigide Abrechnungsprüfung eingeführt. Das spüren die Ärzte über ihre Patienten. Es komme darauf an, das richtige Verhältnis zwischen Prüfung und Kundenbeziehung zu finden, sagte ein Manager. So verliert die APKV weiter an Marktanteil. 2009 hatte sie 10,1 Prozent, im Jahr zuvor waren es 10,3 Prozent.

Die Zahl der Vollversicherten ging um 16 000 auf 709 000 zurück, obwohl die Gesellschaft 22 000 neue Kunden gewinnen konnte. Rupprecht begründete das mit dem vergleichsweise alten Bestand, aus dem viele Mitglieder durch Tod ausscheiden. Aber er gab zu, dass es auch Defizite im Vertrieb gibt. Die enge Verknüpfung mit der Lebensversicherung soll das ändern - einer der Gründe, warum die APKV seit dem Ausscheiden des Vorstandschefs Ulrich Rumm in Personalunion von Maximilian Zimmerer geführt wird, der auch Chef der Allianz Lebensversicherung in Stuttgart ist.

Die Beitragseinnahmen des Krankenversicherers stiegen zuletzt um 1,8 Prozent auf 3,2 Milliarden. Euro, was zum Teil Beitragserhöhungen geschuldet ist. In der Zusatzversicherung gewann die Gesellschaft 102 000 Kunden oder 1,7 Prozent hinzu. Ein wichtiger Grund für die Steigerung war die enge Zusammenarbeit mit der Krankenkasse KKH, die mit der Allianz Betriebskrankenkasse fusionierte und seither als KKH-Allianz firmiert.

"Wir konnten die Aufwendungen für Versicherungsfälle entgegen dem Markttrend mit 2,33 Milliarden Euro nahezu konstant halten", sagte Rupprecht. Der Gewinn stieg um 35 Prozent auf 92 Millionen Euro.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Pflege-Eigenanteil deckeln!

16:41Viele Bürger beklagen, dass Pflegeheime teuer sind, berichtet die DAK in ihrem Pflegereport. Kassenchef Storm schlägt nun vor, den Eigenanteil zu beschränken. Das entflammt eine neue Debatte über die Pflege-Finanzierung. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »