Ärzte Zeitung, 26.07.2010

Anlagen-Kolumne

Ausschüttungsfonds belohnen das Engagement der Anleger

Ausschüttende Investmentfonds, die Zinsen, Dividenden und Mieteinnahmen auszahlen und nicht thesaurieren, sind für Anleger eine Überlegung wert.

Von Gottfried Urban

Vermeintlich risikofreie Zinspapiere generieren nur noch mäßige Zinserträge. Auf der Suche nach laufenden Erträgen aus Geldanlagen stoßen Anleger demnach unweigerlich auf die Aktie. Hierbei scheint es strategisch klug, lediglich auf jene Aktien zu setzten, die in den vergangenen Jahren stets eine Dividende ausgeschüttet haben. Denn: Gute Aktien werfen auch dann eine Dividende ab, wenn sich der Kurs negativ entwickelt.

So gibt es Unternehmen, die seit Jahren ununterbrochen die Dividende auszahlen und immer wieder erhöhen. Letzteres ist ein Indiz für die Profitabilität eines Unternehmens. In den vergangenen hundert Jahren hat es noch nie eine Phase gegeben, in der Unternehmen ausnahmslos darauf verzichtet hätten, ordentliche Dividenden zu zahlen.

Je höher die Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs ausfällt, umso höher ist wiederum die Dividendenrendite. Wer jedes Jahr die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite kauft, kann bereits im ersten Jahr statistisch den Index schlagen. Wichtig dabei: Anleger sollten ihr Depot jedes Jahr neu aufstellen.

Besonders hohe Dividenden versprechen in Europa Aktien aus den Bereichen Telekommunikation und Energietitel. Sie schütten im Schnitt fünf Prozent und mehr aus. Beim Kauf einzelner Aktien kann die Dividende aber auch mal ausfallen. Wer auf die laufenden Erträge angewiesen ist, sollte sich dementsprechend ein Paket von Hochdividenden-Aktien zusammenstellen und breit streuen oder Fonds kaufen, die die Dividendenstrategie umsetzen.

Bei guten Dividendenfonds erhalten Anleger nach Kosten drei Prozent und mehr an Ausschüttungen pro Jahr. Das war auch so in Zeiten der Finanzkrise. Noch höhere laufende Erträge werfen Zinspapiere aus Schwellenländern ab. Auch in diesem Sektor gibt es Fonds, die Zinserträge ausschütten und nicht thesaurieren. In der Regel beträgt die Ausschüttung fünf Prozent und mehr pro Jahr, da die Zinserträge in vielen Ländern deutlich über jenen etablierter Märkte liegen. Zahlreiche Schwellenländer verfügen mittlerweile aber über solidere Haushalte als westliche Schuldnerländer.

Wer neben Zins und Dividende auch noch Mieteinnahmen erwirtschaften will, kauft sich über die Börse einen guten Mix aus offenen Immobilienfonds mit laufenden Mietausschüttungen in Höhe von ebenfalls vier Prozent und mehr.

Ausschüttungsfonds zahlen laufende Erträge aus Zinsen, Dividenden und Mieteinnahmen aus. Kursgewinne und Wertveränderungen sowie stille Reserven bleiben im Fondsvermögen. So ist es ohne große Spekulation möglich, aus seinem Kapitalstock solide und nachhaltig bis zu fünf Prozent zu erwirtschaften - ohne Investmentanteile zu verkaufen.

Gut gemischt fließen für eine 10 000 Euro-Anlage pro Jahr 400 Euro und mehr aufs Konto. Der Rest bleibt im Depot und zwar gut verteilt auf Sach- und Geldwerte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »