Ärzte Zeitung, 05.05.2011

Studie: Bei jeder sechsten Erbschaft gibt's Streit

BERLIN (dpa). Bei jeder sechsten Erbschaft in Deutschland gibt es Streit unter den Hinterbliebenen. So das Ergebnis einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank.

Das Institut hatte im März 1800 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. Als häufigste Ursache des Streits nannten die Befragten, dass "einige Erben sich benachteiligt fühlten" - 73 Prozent jener, die schon einmal geerbt haben und bei denen es zu Streit kam, gaben dies an.

57 Prozent aus dieser Gruppe berichteten, die Hinterbliebenen seien schon vor dem Erbfall zerstritten gewesen. Etwa jeder Zweite nannte die Entstehung einer Erbengemeinschaft (52 Prozent) und ein fehlendes gültiges Testament (47 Prozent) als Streitursache. Bei dieser Frage waren mehrere Antworten erlaubt. Dabei gab ein Drittel der Befragten an, schon mindestens einmal geerbt zu haben.

Der Wert geerbter Vermögen ist laut der Studie in Westdeutschland deutlich höher als in Ostdeutschland. Im Westen haben 19 Prozent aller Erbschaften einen Wert von mehr als 100.000 Euro. Im Osten fallen nur knapp 3 Prozent in diese Kategorie.

Große Wissenslücken vorhanden

Die gesetzlichen Regeln zu Erbschaften sind vielen nicht bekannt. Die Umfrage zeigte große Wissenslücken. So glauben lediglich 50 Prozent der Befragten, über die gesetzliche Erbfolge "recht gut Bescheid" zu wissen. 42 Prozent sagen dies über ihre Kenntnisse über Testamente, 35 Prozent über jene zum sogenannten Pflichtteil.

Im kommenden Jahr wird in Deutschland ein Zentrales Testamentsregister eingeführt. Amtsgerichte und Notare übermitteln dann dorthin elektronisch, dass sie ein Testament oder einen Erbvertrag aufbewahren. Stirbt der Erblasser, benachrichtigt das Standesamt des Sterbeortes das Register. Dort wird geprüft, ob es ein Testament gibt.

Das Nachlassgericht erfährt dann, ob es eines gibt - und wenn ja, wo es verwahrt wird. Bislang müssen Nachlassgerichte oft mühsam bei den Standesämtern klären, ob ein Gestorbener derartige Dokumente hinterlassen hat.

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (10987)
Organisationen
Postbank (106)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wirkstoff zum Cannabis-Entzug

Die Blockade der Fettsäureamid-Hydrolase reduziert Symptome beim Cannabis-Entzug. Mit einem Hydrolasehemmer senkten Abstinenzwillige den Konsum um fast 70 Prozent. mehr »

Erfolg mit Gentherapie bei Anämien

Aktuelle Berichte beim ASH-Kongress bestätigen den Nutzen einer Gentherapie bei Patienten mit Beta-Thalassämie oder Sichelzellanämie. mehr »

Leichter Antieg auf 118 Influenza-Fälle

Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist in der 48. Kalenderwoche (KW) 2018 in fast allen Bundesländern gestiegen, besonders in Ostdeutschland. mehr »