Ärzte Zeitung, 03.03.2012
 

Anlagen-Kolumne

Altersvorsorge - nicht mehr ohne Aktien

Investitionen in Produktivkapital sind für Anleger, die demnächst in Rente gehen, fast die einzige Option, um sich eine vernünftige Zusatzrente aufzubauen.

Von Gottfried Urban

Altersvorsorge - nicht mehr ohne Aktien

Die Entwicklung verspricht nichts Gutes: Schon bald gehen die "Babyboomer", die geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre, in den Ruhestand.

Weil es immer weniger Erwerbstätige gibt, die den Lebensabend der vielen Senioren finanzieren, drohen weitere Rentenkürzungen.

Ältere Menschen werden daher zunehmend von ihrem Ersparten leben müssen. In Anbetracht der Schuldenkrise sind traditionelle Anlagekonzepte jedoch zu hinterfragen.

Jeder Bundesbürger kann sich relativ genau ausrechnen, welchen Lebensstandard er im Alter führen wird. Bei den aktuellen Zinsen ist es nahezu unmöglich, durch Erspartes eine Zusatzrente zu erwirtschaften.

Anleger, die ihr Vermögen zum Rentenbeginn in sichere Staatsanleihen investieren, erhalten noch einen Zins von zwei Prozent pro Jahr. Um eine Zusatzrente von 1.000 Euro aus Zinserlösen im Monat zu erhalten, müssten Anleger demnach 600.000 Euro an Geldvermögen angesammelt haben.

Derartige Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Traditionelle Zinspapiere taugen nicht mehr unbedingt als Altersvorsorge. Versicherungen, die zu großen Teilen in diese Anlageklasse investieren, haben enorm an Attraktivität verloren. Als Alternative kommen Investitionen in Produktivkapital ins Spiel. Laufende Erträge aus Dividendenzahlungen können das Alterseinkommen deutlich steigern.

Wer sich an Produktivkapital beteiligt, kann profitieren

Bei der Analyse des persönlichen Konsumverhaltens werden Anleger erstaunt sein, mit wie vielen Produkten sie in Berührung kommen, die von guten börsennotierten Gesellschaften produziert und erfolgreich vermarktet werden.

Wer verdient an den Produkten? Warum nicht auch Anleger als Verbraucher, indem sie Aktien genau von den Unternehmen kaufen, deren Produkten sie wie auch die Kunden in den Schwellenländern vertrauen?

Denn eines ist sicher: Wer sich an Produktivkapital beteiligt, der wird von dem lang anhaltenden Trend der Globalisierung, dem Anstieg der Kauflust in den nicht so stark entwickelten Ländern und auch von verändernden Konsumgewohnheiten der älter werdenden Babyboomer in Europa profitieren.

Und: Aktien sind gerade in Europa noch günstig einzusammeln. International agierende Unternehmer denken langfristig und bauen auf diese Trends. Bis 2025 wird die Welt voraussichtlich um eine weitere Milliarde Erdenbürger und mit ihr die Mittelschichten in den Schwellenländern wachsen.

Anleger sollten bei ihrer Investitionsentscheidung für die Altersvorsorge aber immer die Substanz sowie die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen im Auge behalten.

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