Ärzte Zeitung online, 12.03.2014

Familienpolitik

Koalition will höheres Kindergeld verschieben

Ein höheres Kindergeld soll nach den Plänen der Koalition erst später kommen. Im Gegenzug wird eine etwas stärkere Anhebung diskutiert.

BERLIN. Die schwarz-rote Koalition erwägt nach einem Zeitungsbericht, das Kindergeld erst 2016 zu erhöhen. Im Gespräch sei, die Zahlungen dann aber um so stärker anzuheben, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Koalitionskreise.

Mit der Erhöhung des Kindergeldes solle dann auch der sogenannte Kinderzuschlag steigen. Dieser wird an Geringverdiener mit Kindern gezahlt, um zu verhindern, dass sie zusätzlich zu ihrem Einkommen noch Harz-IV-Leistungen beziehen müssen.

Das Kindergeld beträgt derzeit für das erste und zweite Kind 184 Euro, für das dritte 190 und für jedes weitere 215 Euro.

Hintergrund eines möglichen Erhöhungsverzichts ist der jüngste Bericht über das Existenzminimum, der für Anfang dieses Jahres eine Anhebung des Steuer-Freibetrags für Kinder um 72 Euro auf insgesamt 7080 Euro vorsieht.

Würde das Kindergeld entsprechend angehoben, bekämen Eltern pro Kind zwei Euro mehr im Monat. Den Staat würde das etwa 425 Millionen Euro im Jahr kosten. Bereits die schwarz-gelbe Koalition hatte auf die Erhöhung verzichtet.

Die Überlegung geht dem Bericht zufolge auf einen Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zurück, dem ein vorläufiger Verzicht auf die Erhöhung helfen würde, 2015 einen Bundeshaushalt ohne Neuverschuldung vorzulegen. (dpa)

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